Kajak als Rettungsboot

Hauptakteure bei Kajak (von links): Andrea Krüger, Coach im Projekt, Johann Schmalzl, IHK-Geschäftsstellenleiter, und Geschäftsführerin Sonja Schleicher. Bild: hfz

Kajak lautet die Abkürzung für einen ellenlangen Projektnamen, den sich das Arbeitsministerium ausgedacht hat. Viele Familien aus der Region erreichten damit finanziell das rettende Ufer.

Kajak ist die Kurzform des Wort-Ungetüms "Kombinierte Integrationsbemühungen für Alleinerziehende und Jugendliche in Arbeit und Ausbildung ergänzt durch Kinderbetreuung". Nach dem Auslaufen der zweiten Phase zogen die Projektpartner nun zufrieden Bilanz. Insgesamt seien von Beratern des Jobcenters 108 Alleinerziehenden-Familien im Raum Amberg begleitet worden. Etliche Mütter und Väter hätten im Berufsleben wieder Fuß gefasst.

Ganzheitliche Hilfe

Alleinerziehende stehen oft vor dem Problem, Alltag, Kindererziehung und Beruf unter einen Hut zu bekommen. "Vor lauter offenen Fragen verliert man leicht den Überblick, und es verlässt manchen der Mut, einen Neustart zu wagen. Genau an diesem Punkt haben meine Coaches im Projekt Kajak angesetzt", erklärte Sonja Schleicher, die Geschäftsführerin des Jobcenters Amberg-Sulzbach, bei der Bilanz. "Die Coaches waren alle erfahrene Vermittlungsfachkräfte, die nicht nur die berufliche Situation der Alleinerziehenden im Fokus hatten, sondern die gesamte Situation der Familien betrachtet haben, ihnen ganzheitliche Hilfen anboten, suchten und leisteten." Insgesamt wurden 108 Alleinerziehenden-Familien begleitet. Im Projekt Kajak I waren es 28 Alleinerziehenden-Familien von einem Teilzeitcoach. "Da es sich um eine relativ kleine Gruppe zu betreuender Familien gehandelt hat, gab es die Gelegenheit, sich intensiver in die individuellen Situationen hineinzuversetzen und auch mal unkonventionelle Wege auszuprobieren, für die man im normalen Vermittleralltag nicht immer die Zeit hat", bringt Andrea Krüger, eine der Coaches, einen Vorteil des Projektes auf den Punkt.

Bei Einzelgesprächen wurde eine individuelle Berufsplanung erarbeitet, gemeinsam die Stellensuche betrieben und Bewerbungen geschrieben. Arbeitgeber wurden konkret angesprochen, für die Zielgruppe sensibilisiert und Arbeits- und Praktikumsstellen akquiriert.

Auch die Industrie-und Handelskammer (IHK) war mit der Geschäftsstelle in Amberg wieder unterstützend mit "im Kajak". Für IHK-Geschäftsstellenleiter Johann Schmalzl zeigt das Projekt, dass mit einer gezielten Unterstützung und mit individuellen Betreuungsangeboten die Chancen auf einen Arbeitsplatz deutlich verbessert werden können. "Wenn die Unternehmen händeringend Arbeitskräfte suchen, darf die Aufnahme einer Beschäftigung nicht an der fehlenden Betreuung für Kinder und pflegebedürftige Angehörige scheitern", sagte er. (Blickpunkt)
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