Kameruns "Schatz vom Himmel aus Amberg"

Da lacht Pfarrer Martial Abomo aus Kamerun und freut sich über die Pracht von Ambergs Bergkirche, die mit ihrem Namen und ihrer Patronin Pate stand für den Gotteshaus-Neubau in Bindiba. Die Maßstäbe deutscher Kirchen legt er für sein Heimatland gar nicht an. Ihm geht es um viel bescheidenere Projekte, die aber auch dazu dienen, den Glauben und die Anzahl der Katholiken im Nordosten des Landes nahe der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik zu mehren. Bild: T. Amann

Er kommt, um zu danken: der Gottesmutter vom Mariahilfberg und den Menschen in Amberg und Umgebung. Denn beide Seiten haben es möglich gemacht, dass heute in Kamerun eine neue Mariahilf-Kirche steht. Ihr Pfarrer Martial Abomo nennt sie seinen "Schatz vom Himmel aus Amberg".

Deshalb war es ihm ein Anliegen, hierher zu kommen - nicht nur, um erstmals das "Original" der Bergkirche zu sehen, sondern auch um einige Spender und Unterstützer von Lafia kennenzulernen. So heißt das Franziskanische Hilfswerk, das durch die Initiative von Ambergs Klosterleiter Pater Janusz Wrobel für den Kirchenbau im Ort Bindiba in Kamerun entstanden ist.

Das heißt, ursprünglich wurde der Verein für diesen Zweck gegründet, der sich aber nach Fertigstellung des Gotteshauses Ende 2014 längst neue Ziele gesteckt hat. Als Nächstes soll eine katholische Grundschule der franziskanischen Pfarrei der Muttergottes von Fatima in Abong Mbang samt Wasserzisterne und Sportplatz für die Klassen eins bis sechs gebaut werden. "Die Missionare Pater Jonas und Pater Radek bedürfen dafür unserer vielseitigen Unterstützung", heißt es auf der Homepage von Lafia, die schon mal verspricht: "Das Leuchten in den Augen der Kinder und die Freude der Erwachsenen in Abong Mbang sind der Dank, der Ihnen gilt."

Pfarrers Augen leuchten

Seit einigen Tagen aber leuchten auch die Augen von Martial Abomo. Der Kameruner ist zum ersten Mal in Amberg und staunt über unsere schönen Gotteshäuser,vor allem über die prächtige Mariahilfbergkirche. Auch wenn sein Schatz in Bindiba namentlich daran angelehnt ist, ist er doch ungleich einfacher gebaut.

"Aber das macht gar nichts", sagt der Pfarrer, der keineswegs deutsche Maßstäbe für die Kirche(n) in Kamerun anlegt. Denn der Katholizismus in dem westafrikanischen Land ist noch relativ jung und soll unter anderem durch die Missionstätigkeit der Franziskaner weiter wachsen.

Anteil der Katholiken steigt

Das wünscht sich auch Martial Abomo und ist sich sicher, dass die neue Mariahilf-Kirche in Bindiba ihren Beitrag dazu leistet. Denn der 700-Einwohner-Ort in der noch viel weiter reichenden Gemeinde des Pfarrers namens Garoua Boulai nahe der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik "ist wichtig". "Weil die Leute dort engagiert sind", sagt der Geistliche und belegt das mit einem Anteil von etwa 50 Prozent Katholiken.

Damit diese Zahl auch in anderen Gebieten des Stadtbezirks mit seinen insgesamt über 33 000 Einwohnern weiter steigt, sind Gotteshäuser, regelmäßige Messen und nicht zuletzt die soziale Arbeit der katholischen Kirche von großer Bedeutung.
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