Kampf und Krampf

Ein starker Rückhalt war wieder einmal Ambergs Torhüter Matthias Götz (rechts), der in dieser Szene zusammen mit seinen Innenverteidigern Julian Ceesay (links) und Michael Plänitz (Mitte unten) die beiden aufgerückten Schaldinger Verteidiger Maximilian Huber (Mitte links) und Adrian Gahabka (Mitte rechts) beim Kopfballduell in Schach hält. Bild: Ziegler

Es ist eine Partie, die keinen von den Sitzen reißt. Beim 1:1 des FC Amberg in der Regionalliga gegen den SV Schalding-Heining gibt es kaum Spielfluss, nur wenige Chancen und Höhepunkte. Entsprechend angefressen ist dann auch Trainer Timo Rost.

"Wir müssen das zweite Tor nachlegen, dann ist das Ding durch. Aber wir haben aufgehört, Fußball zu spielen", sagte Rost. Und auch in Richtung Schiedsrichter, der neun Gelbe Karten zeigte (sechs für den FC Amberg) gab es deutliche Kritik: "Ich bin ja normal nicht der Typ dafür, aber der Schiri hatte großen Anteil daran, dass kein Spielfluss aufkam. Er hat fast alles abgepfiffen und war sehr kleinlich. Das war definitiv keine gute Leistung." Rosts Trainerkollege Mario Tanzer konnte mit dem Auswärtspunkt hingegen leben: "Es ist ein gerechtes Ergebnis, obwohl wir eigentlich mehr aus unseren Chancen machen müssen."

Timo Rost vertraute fast der gleichen Startelf, die in der Vorwoche bei Wacker Burghausen verloren hatte, Julian Ceesay kehrte nach abgesessener Rotsperre wieder zurück in die Innenverteidigung, sein Vertreter Silas Göpfert nahm auf der Bank Platz. Gästetrainer Mario Tanzer änderte seine Startformation nach der 1:5-Niederlage gegen den FC Augsburg II dagegen auf vier Positionen.

Hauck per Fallrückzieher

Amberg begann aktiv, setzte Schalding früh unter Druck und hatte die erste große Chance, der Schuss von Sven Seitz ging aber knapp am Tor vorbei (6.). Auch die Gäste hätten fast früh jubeln können, doch Matthias Götz im FC-Tor faustete einen Freistoß von Rene Huber aus gut 25 Metern gerade noch so aus dem Winkel. Nach einer Viertelstunde gab es aber was zu Staunen im Stadion am Schanzl, als Sebastian Hauck nach etwas Durcheinander von der Strafraumgrenze per Fallrückzieher genau in den Winkel traf - ein absolutes Traumtor.

Die Antwort der Gäste kam prompt: Nur zwei Minuten später stand Sebastian Escherich nach einer Freistoßflanke völlig frei vor FC-Torhüter Matthias Götz, der aber auch hier klärte (17.). Doch Götz traf den SVS-Verteidiger dabei unglücklich am Fuß, so dass Escherich wegen einer Verletzung am Sprunggelenk ausgewechselt werden musste.

Lincke verletzt

Kurz darauf hatte der FCA viel Glück, als Fabian Wiesmaier nach einem Konter den Ball freistehend aus fünf Metern nur an die Latte und Stefan Rockinger den Nachschuss über das Tor setzte - das hätte eigentlich der Ausgleich sein müssen (26.). Mehr gab es nicht mehr, so dass diese hektische und kampfbetonte erste Hälfte mit 1:0 für den FC Amberg endete - sehenswerten Fußball suchte man aber vergebens. Frank Lincke blieb dabei gleich in der Kabine, nachdem er zuvor einen Schlag auf den Knöchel bekommen hatte. Sein Einsatz am kommenden Wochenende gegen den FC Bayern München II ist fraglich. Für ihn kam Thomas Schneider.

Mit dem Gesicht an Pfosten

Doch auch in der zweiten Hälfte blieben Höhepunkte Mangelware. Schalding machte zwar etwas mehr Druck, konnte aber kaum gefährliche Situationen kreieren. Ausnahme war die 61. Minute, als Rene Huber Matthias Götz erneut per Freistoß prüfte. Götz parierte, prallte mit dem Gesicht gegen den Pfosten, konnte nach einer kurzen Behandlungspause aber weiterspielen. In der 73. Minute fiel dann wie aus dem Nichts der Ausgleich, als Michael Pillmeier am höchsten stieg und zum 1:1 einköpfte. Ein Schock für die Gastgeber, die danach wieder etwas mehr zeigten. Die nächste Chance hatte aber erneut Pillmeier, er scheiterte jedoch aus 20 Metern an FC-Schlussmann Matthias Götz (80.).

Mehr passierte nicht mehr, es blieb beim 1:1 in einem denkwürdigen Spiel: Viel Kampf und Krampf, wenig Spielfluss, neun Gelbe Karten. Das hatte man so schon länger nicht mehr gesehen im Stadion am Schanzl. Dazu noch die Verletzung von Frank Lincke - alles in allem kein Tag, der Verantwortlichen, Spielern oder FC-Fans besonders positiv in Erinnerung bleiben wird. Abgesehen vielleicht vom Traumtor von Sebastian Hauck.
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