Kantersieg der Straßenbauer

Das Abfräsen der alten Deckschicht ging maschinell. Aufwendig mussten hingegen Wasseranschlüsse und Kanalschächte frei- gelegt und für die Asphaltierung vorbereitet werden. Hier war in der Nacht auf Samstag Handarbeit gefragt. Bild: Hartl

Ihr Coach hieß Christian Höfler, ihr Spielfeld war 600 Meter lang und als Flutlicht dienten die Straßenlaternen: Die rund 50 Mann starke Truppe von Straßenbauarbeitern zeigte am Freitagabend auf dem Kurfürstenring höchste Konzentration und eine geschlossene Teamleistung.

Gegen 22.30 Uhr - mit dem Schlusspfiff beim 3:1 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Polen - war der alte Straßenbelag zwischen Wingershofer und Nabburger Tor abgefräst. "Ein wichtiger Punktsieg", wie Stefan Weiß vom Staatlichen Bauamt vor Ort resümierte. Nicht ohne den Blick auf die Zukunft zu richten. Weiß forderte quasi den Gruppensieg und wurde nicht enttäuscht. Bis Sonntagabend waren alle Arbeiten so weit erledigt, dass der Verkehr auf der B 85 seit heute Morgen wieder fließen kann.

Verirrte Autofahrer

Obwohl der Kurfürstenring an allen Zufahrten nahezu hermetisch abgeriegelt war, verirrten sich immer wieder Autofahrer auf die Baustelle. Bauleiter Christian Höfler von der Firma Englhard sprintete nicht nur einmal los, um einen Fahrzeuglenker zum Umkehren zu bewegen. "Das hätte einen schönen Schaden gegeben", sagte er, nachdem er einen Wagen gestoppt hatte, der gerade dabei war, beim Schießstätteweg über die doppelt so hohe Bordsteinkante auf die abgefräste Fahrbahn zu rollen. Die Arbeiten waren minutengenau eingetaktet. Nachdem die beiden Fräsmaschinen (eine kam aus Nürnberg, die andere aus Memmingen) auf rund 9000 Quadratmetern die alte Fahrbahndecke abgetragen hatten, schlug die Stunde der vier aus Weiherhammer angefahrenen Kehrmaschinen.

Bis Mitternacht wuschen sie den Untergrund per Hochdruckreiniger, so dass kein Staubkörnchen mehr übrig blieb. Pünktlich um 2 Uhr legte dann der Anspritzer los - ein Spezialfahrzeug aus Hof, das auf der Tragschicht eine klebrige Masse versprühte. "Diese Bitumenemulsion ist sehr wichtig", erklärte Stefan Weiß. "Sie sorgt dafür, dass sich die Schichten verbinden. Damit trägt der ganze Aufbau und nicht nur die oberste Schicht." Das Heißbitumen hatte drei Stunden Zeit einzuwirken. Bei Sonnenaufgang rückten dann die zehn mit frischem Asphalt beladenen Lastzüge an. Bis zum Samstagnachmittag waren die 1800 Tonnen der dampfenden schwarzen Masse gleichmäßig auf dem Kurfürstenring verteilt und plattgewalzt.

"Wir haben den Zeitplan eingehalten", bilanzierte Weiß, der immer wieder mal sorgenvoll gen Himmel blickte. Anhaltender Regen hätte den Ablauf nämlich durcheinandergewirbelt.
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