"Karl Ivar Refseth Trio" verzückt im Luftmuseum mit ungewöhnlichen Tönen
Fesselnde Atmosphäre statt heißer Luft

Multikulturelle Vielfalt, die prächtig harmonierte. Das "Karl Ivar Refseth Trio" begeisterte Zuschauer im Luftmuseum Amberg. Bild: Huber
Treffen sich ein Norweger, ein Österreicher und ein Deutscher - so beginnen klassische Witze. Was die multikulturelle Zusammenstellung des im Amberger Luftmuseum zum Besten gab, war jedoch alles andere als eine Lachnummer. Auf der Tour zur Veröffentlichung ihres neuen Albums "Praying" (Traumton, 2015) zog das "Karl Ivar Refseth Trio" das Publikum mit außergewöhnlichen Klängen und fesselnden Spieltechniken in seinen Bann.

Die Musik der Gruppierung um den norwegischen Künstler Refseth bot viele Facetten. Während der Namensgeber der Band am Vibrafon, einem xylophonartigen Schlaginstrument, seichte bis schwungvolle Töne anschlug, ergänzten der Österreicher Matthias Pichler am Kontrabass und der Deutsche Christian Weidner am Altsaxofon die Stücke gekonnt. Jedes Instrument brachte eine ganz eigene Dynamik in die Lieder ein. Die Künstler griffen dabei Töne der anderen auf, so dass sich stets neue Rhythmen aufeinander aufbauten. Heraus kamen ergreifende Melodien, die eine Verbindung zwischen ruhiger Meditationsmusik, warmen Klängen und beschwingtem Jazz schufen. Das Zusammenspiel wirkte an vielen Stellen so locker und frei, als würde es gerade erst entstehen. "Auf der CD klingt das anders", erklärte Refseth zwischen den fünf Liedern. "Das sind natürlich geschriebene Stücke, aber wir lassen viel Raum für Improvisation." Neben den Klängen beeindruckte das Trio mit seiner Spieltechnik. So schlug Refseth nicht nur mit Schlägeln auf das Vibrafon, sondern lies auch Streichbögen über die Kanten des Instruments gleiten. Pichler wechselte am Kontrabass regelmäßig zwischen Zupfen und Streichen und Weidner nutze mitunter tonlose Blasgeräusche seines Alt-Saxofons, um Stimmungen zu erzeugen. Einige Zuschauer ließen die so entstandenen Melodien mit geschlossenen Augen auf sich wirken, andere betrachteten fasziniert das Geschehen. "Rein von der Technik her war das schon phänomenal", resümiert Zuschauer Wilfried Appelt, der extra aus Leinburg gekommen war. "Das war Musik in seiner reinsten Form - mit diesen Instrumenten und in dieser Konstellation. Sehr delikat."
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