Kaserne als Option

Amberg profitiert von der Behördenverlagerung. Der Umzug der IT-Stelle der bayerischen Justiz und des Instituts für Frühpädagogik bringt 98 neue Arbeitsplätze ins Stadtgebiet. Die Suche nach möglichen Räumen hat begonnen. OB Michael Cerny und Staatssekretär Albert Füracker denken dabei auch an die Leopoldkaserne.

Amberg. (tk) "Wir haben schon ganz konkrete Ideen", sagte der Oberbürgermeister, als er gestern Mittag neben seinem Parteikollegen Füracker saß. Der Neumarkter war ins Rathaus gekommen, um die Anfang März von Heimatminister Markus Söder präsentierten und vom Landtag beschlossenen Strukturmaßnahmen vorzustellen: "Die Detailplanungen laufen schon." Es gehe jetzt darum, Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern zu führen und den zeitlichen Ablauf festzulegen. Bis 2025 sollen demnach 64 Beschäftigte der Justiz-IT-Stelle und 34 Mitarbeiter des Frühpädagogik-Instituts an der Vils ihr Geld verdienen. "Niemand wird zwangsversetzt", versprach Albert Füracker und fügte hinzu: "Zunächst wandern die freien Stellen in den betreffenden Ort, dann folgen die Bediensteten." Mit Mobilitätsprämien und Umzugshilfen wolle der Freistaat zusätzliche Anreize schaffen.

Um "die größte Regionalisierung von staatlichen Behörden und Einrichtungen der letzten Jahrzehnte" auch umsetzen zu können, brauche es natürlich geeignete Immobilien. Auf die Frage, ob die Leopoldkaserne, die der Bund 2018 aufgeben wird, infrage käme, antwortete Füracker: "Ich schließe für mich im Moment nichts aus." Cerny ließ anklingen, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben im nächsten Jahr beginnen werde, ein Gutachten über mögliche Nachfolgenutzungen zu erstellen. Dass die neuen Behörden dabei eine Rolle spielen, liege auf der Hand. In der Kaserne gebe es "eine Menge klassische Verwaltungsräume, die nur schwer umzuwidmen sind."

Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger legte Wert auf die Feststellung, dass der Freistaat den Bund nicht aus der Verantwortung entlassen dürfe: "Er muss schon was tun und kann sich nicht einfach so aus der Fläche verabschieden."
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