Kein Griff in die Luft

Die Professoren Nikolaus Korber, Birgit Eiglsperger, Ursula Regener, Franz J. Gießibl und der Vizepräsident der Uni Regensburg, Prof. Dr. Christoph Wagner (von links), gaben den Besuchern im Luftmuseum unterschiedliche Einblicke ins Thema Luft. Bild: lev

"Du bist Luft für mich", ist kein so nettes Wort. Tatsächlich aber besteht der menschliche Körper auch aus Luft. Wiewohl dieses Element noch viele andere lebenswichtige Funktionen hat. Ihnen ging der erste Tag der Universität Regensburg am Freitagabend im Luftmuseum nach.

Wie es sich für eine wissenschaftliche Veranstaltung gehört, erörterten mehrere Professoren das Thema aus der Sicht unterschiedlicher Disziplinen. Zunächst präsentierte und verglich Prof. Dr. Ursula Regener zwei literarische Textabschnitte über Ballonfahrten und zeigte die in der neueren Germanistik übliche Herangehensweise bei solchen Textsorten und damit verbundenen Forschungsfragen. Prof. Dr. Franz J. Gießibl erzählte, wie er von den grundlegenden Fragen seiner Kindheit wie "Woraus bestehen wir?" oder "Warum kann ich ein kaputtes Spielzeug nicht reparieren, indem ich es wieder zusammendrücke?" auf die Physik kam. In leicht verständlicher Form erklärte er dem Publikum den Unterschied in der Funktionsweise von zwei hochkomplexen physikalischen Messgeräten: dem Rastertunnel- und dem Rasterkraftmikroskop. Er berichtete, wie es dazu kam, dass der Mensch Atome sehen kann und warum für moderne Physiker das Vakuum manchmal "immer noch ein Horror" ist.

Prof. Dr. Birgit Eiglsperger stellte fest, dass Physik und Kunst an gleichen Aufgaben arbeiten: "Ich sehe, sie plagen sich auch mit dem Visualisieren der Dinge." Sie stellte sich die Frage, wo man die Luft in einer Form sehen kann; dabei zeigte sie zum Einstieg ganz alltägliche Beispiele. Anschließend beleuchtete sie die Frage auch aus der kunstgeschichtlichen Perspektive. Zum Schluss wagte Prof. Dr. Nikolaus Korber einen "Griff in die Luft" und erklärte zunächst, was Luft aus chemischer Sicht ist, und wie ihre Bestandteile auf der Erde entstanden sind.

Nach einem kurzen eindrucksvollen Experiment mit dem Einfrieren einer Rose mit "flüssiger Luft" erklärte Korber auch, wie man nach unterschiedlichen chemischen Reaktionen das Element nützlich einsetzt, um zum Beispiel "Brot aus Luft" zu machen. Das Jazz-Duo der Uni Regensburg gestaltete die Veranstaltung musikalisch und erntete nach jedem Stück ebenso wie die Professoren langanhaltenden Applaus.
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