Kein krönender Abschluss

62. Spielminute: Der 1:1-Ausgleich für Aschaffenburg in Unterzahl durch Mittelfeldspieler Johannes Gerhart (Mitte vorne), den der Amberger Torhüter Matthias Götz und der nach hinten arbeitende Stürmer Sebastian Hauck (Mitte unten, verdeckt) nicht am Torschuss hindern können. Der Amberger Kapitän Michael Plänitz (links) und der Aschaffenburger Ljubisa Gavric (rechts) sind Beobachter der Szene. Bild: Ziegler

Das letzte Spiel des Jahres hat sich für den FC Amberg nicht gelohnt: Nur ein 1:1 trotz Überzahl gegen Aschaffenburg, obendrein zog sich Benjamin Werner vorab im Training eine schwere Verletzung zu, und Julian Ceesay im Spiel: Beide dürften - wenn sich die Diagnose bestätigen sollte - längere Zeit ausfallen.

Beim 1:1 (1:0) schenkte der FC trotz 40 Minuten Überzahl zwei wichtige Punkte her, mit denen man sich eine hervorragende Ausgangsposition für das kommende Jahr verschaffen hätte können. Zu diesen verpassten Punkten kam dann auch noch die schwere Verletzung von Julian Ceesay, bei dem der Verdacht auf einen Innen- und Kreuzbandriss besteht.

"Es sind keine verlorenen Punkte, aber wir haben es nicht geschafft, die Überzahl zielstrebig auszuspielen. Dann ist es eben manchmal so im Fußball, dass das Team in Unterzahl nochmal aufdreht", bilanzierte Timo Rost. Sein Gegenüber Rudi Bommer machte einen zufriedeneren Eindruck: "Ich war eigentlich sauer auf mein Team, weil wir die ersten 40 Minuten total verpennt haben. In der zweiten Hälfte wurden wir dann besser, deshalb ist das Ergebnis für mich absolut in Ordnung."

Im Vergleich zur 0:3-Niederlage in Nürnberg stellte Timo Rost sein Team auf fünf Positionen um, unter anderem, weil sich Benjamin Werner im Training einen Innenbandanriss im Knie zugezogen hatte, für ihn spielte Tobias Wiesner. Andreas Graml und Frank Lincke ersetzten Christian Knorr und Thomas Schneider (beide Gelb-Sperre), außerdem begannen Kai Hempel und Michael Dietl für André Karzmarczyk und Sven Seitz.

Amberg begann stark, störte die Gäste früh im Aufbau und kam durch Tobias Wiesner (5.) und Sebastian Hauck (11.) zu ersten Möglichkeiten, beide Distanzschüsse gingen allerdings knapp vorbei. In der 13. Minute durfte der Amberger Anhang aber jubeln, als Julian Ceesay nach einer Ecke von Kai Hempel den Ball Frank Lincke vor die Füße köpfte, der aus kurzer Distanz zur Führung einschob (13.).

Von Aschaffenburg war zu diesem Zeitpunkt nichts zu sehen, doch die Gastgeber konnten aus ihrer optischen Überlegenheit nichts Zählbares mehr herausholen, dafür waren die Amberger Angriffsversuche einfach zu hektisch. Immerhin stand der FC defensiv gut, auch als die Gäste nach einer guten halben Stunde besser ins Spiel kamen. Die einzige Möglichkeit für die Unterfranken hatte Daniel Cheron, der aus spitzem Winkel aber an FC-Schlussmann Matthias Götz scheiterte (40.). So ging es mit 1:0 für Amberg in die Kabine. Die zweite Halbzeit begann mit einem großen Knall: Nach einem Zweikampf im Mittelfeld checkte Aschaffenburgs Verteidiger Zamir Daudi Marco Wiedmann mit der Brust um, es kam zur Rudelbildung - Daudi sah Rot.

Amberg also in Führung und für die letzten 40 Minuten in Überzahl - doch der FC schaffte es nicht, Ruhe ins Spiel zu bringen. So kamen die Gäste wieder in die Partie und kurze Zeit später zum Ausgleich, als Johannes Gerhart eine Freistoßflanke von Youssef Mokhtari aus kurzer Distanz zum Ausgleich im Amberger Tor unterbrachte (62.).

Bei einem Rettungsversuch in der 66. Minute verletzte sich dann Julian Ceesay. Er wurde mit Verdacht auf Innen- und Kreuzbandriss ins Klinikum eingeliefert. Amberg wirkte geschockt, die Gäste machten trotz einem Mann weniger den deutlich besseren Eindruck. Sascha Wolfert hätte Aschaffenburg in der 76. Minute fast in Führung gebracht, sein Lupfer über Matthias Götz ging jedoch knapp am Tor vorbei.

Der FC hatte seinerseits noch eine Chance: Der eingewechselte Sven Seitz setzte einen Versuch aus der Distanz aber nur an den Pfosten (79.). Und so blieb es beim 1:1 - einem Ergebnis, das nicht der gebührende Abschluss eines überragenden Jahres ist, das sich der FC Amberg eigentlich gewünscht hätte.

Jetzt ist Pause - und die haben alle Spieler beim FC dringend nötig. Und obwohl man gern drei Punkte geholt hätte: 26 Punkte zur Winterpause sind für einen Aufsteiger mehr als respektabel.
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