Kein Opfer der Bagger: Beate Wolters rettet Erinnerung von Amberger Juden
Vor Kino wieder aufgetaucht

Wir wollten dem Stein eine besondere Aufmerksamkeit geben. Und das ist nur im Eingangsbereich möglich.
(tk) Niemand weiß so recht, was aus Jakob Kirschbaum geworden ist. Vermutlich starb er während seines Ausreißversuchs aus dem Konzentrationslager Auschwitz, in das er 1942 deportiert worden war. "Flucht in den Tod" steht auf dem Stein, der das Schicksal des Amberger Juden dokumentiert. Wegen des Multiplex-Neubaus war die 2012 vor dem Eingang der Pizzeria Imperatore in der Regensburger Straße platzierte Erinnerung an Kirschbaum für mehr als ein Jahr verschwunden. In dieser Woche ist sie dank Stadtheimatpflegerin Beate Wolters wieder aufgetaucht.

"Hier wohnte Jakob Kirschbaum. Jahrgang 1878" ist auf dem sogenannten Stolperstein zu lesen, den es wie 14 weitere seit drei Jahren im Stadtgebiet gibt. Am Gregor-Mendel-Gymnasium hatte die Praxisklasse von Künstler Achim Hüttner die Idee gehabt, die Daten Amberger Juden in Form von in den Boden eingelassenen Steinen zu erhalten. Als die Abrissarbeiten an der Regensburger Straße begannen, war der Stein nicht versehentlich abhanden gekommen, wie einige besorgte Amberger vermuteten. Beate Wolters hatte ihn in Sicherheit und zum Bauhof gebracht, wo er bis zu Beginn dieser Woche lag.

Nun fällt der Blick der Kinogänger auf den Namen Jakob Kirschbaum. Beate Wolters sagt über den neuen Platz direkt vor dem Kino: "Wir wollten dem Stein eine besondere Aufmerksamkeit geben. Und das ist nur im Eingangsbereich möglich."
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