Keine Angst vor großen Namen

Gut gelaunt zum "leichtesten Spiel des Jahres" (Trainer Timo Rost). Der FC Amberg um Kapitän Michael Plänitz (Dritter von links) ist zu Gast im Stadion an der Grünwalder Straße in München beim FC Bayern II. Bild: Ziegler

Für den FC Amberg ist es der krönende Abschluss einer richtig guten Hinrunde. Der Aufsteiger hat 21 Punkte gesammelt - mehr, als ihm mancher vor der Saison zugetraut hätte. Und das Beste kommt zum Schluss: Die Mannschaft von Trainer Timo Rost spielt im Grünwalder Stadion gegen Gaudino, Scholl und Ribéry.

Es geht am Samstag, 31. Oktober (14 Uhr), gegen den größten Namen der Fußball-Regionalliga: den FC Bayern München II. Der steht auf Platz drei, hat eine der besten Offensivreihen der Liga (30 Treffer) und mit erst 14 Gegentoren die zweitbeste Defensive der Liga (nach Unterhaching). Das ausgegebene Saisonziel lautete Meisterschaft - trotzdem hat man mit dem aktuellen Tabellenstand kein Problem in München. "Ergebnisse sind das eine, die Entwicklung der Spieler das andere. Die war und ist mehr als positiv. Darum bin ich ganz zufrieden", so Trainer Heiko Vogel (39).

Nach einem hervorragenden Saisonstart mit sechs Siegen aus den ersten acht Spielen kam der Bayern-Motor etwas ins Stocken, zuletzt holte man nur einen Sieg aus den letzten vier Partien. Daran konnten auch die möglichen Weltstars von morgen nichts ändern, die heute dann auf den FC Amberg warten: Gianluca Gaudino, Lucas Scholl, Sinan Kurt, Patrick Weihrauch, Steeven Ribéry oder US-Nationalspieler Julian Green. Doch die letzten Spiele und auch die Heimbilanz zeigen, dass dieser FC Bayern nicht unantastbar ist. Zwölf Punkte in sieben Heimspielen - kein Wert, der die Liga vor Angst erstarren lässt.

Schwerpunkt Ballbesitz

Aber trotzdem: Man ist und bleibt der FC Bayern München. So wie die Profis den deutschen Fußball dominieren, ist der Nachwuchs zwar derzeit nicht. Das Spielsystem ist aber dennoch nah an den Profis angelegt, betont Vogel: "Wir wollen immer mehr Ballbesitz als der Gegner, die Partien mit viel Passspiel dominieren und damit attraktiven und natürlich auch erfolgreichen Fußball spielen."

Dem stellt sich am Samstag der FC Amberg entgegen. Da spricht Trainer Timo Rost vom "leichtesten Spiel des Jahres" für sein Team. Ein Kompliment, das zwar "schmeichelhaft" (Vogel) sei, mit dem man sich in München aber nicht einwickeln lässt. "Amberg macht einen sehr routinierten Eindruck und hat offensiv viel Durchschlagskraft. Aber wir sind auch selbstbewusst genug, nur auf uns zu schauen und unser Spiel durchbringen zu wollen", so Vogel.

Beim FC Amberg ist natürlich jedem bewusst, welche Maschinerie wartet. Schon allein der Blick auf den Bayern-Kader zeige, was in dieser Mannschaft stecke, so Timo Rost. "Wir werden aber trotzdem nicht von unserer offensiven Taktik abrücken", bekräftigt der Amberger Trainer.

"Freuen uns riesig"

Angst vor großen Namen habe man eh nicht beim FC Amberg und an der Einstellung sollte es auch nicht liegen. "Wenn einer im Kader ist, den ich für so ein Spiel motivieren muss, dann ist er fehl am Platz. Aber wir freuen uns riesig auf diese Partie und dass wir uns mit solchen Spielern messen können und dürfen."

Nur Graml fehlt

Abgesehen von Andreas Graml, für den ein Einsatz noch zu früh kommt, sind alle Mann an Bord. Ob die es dann schaffen, ausgerechnet im Stadion an der Grünwalder Straße den ersten Auswärtssieg der Saison zu holen, wird man sehen. Es wäre sicher eine dicke Überraschung - aber es wäre ja auch nicht die erste in der laufenden Spielzeit.

FC Amberg: Götz (1), Schober (25); Ceesay (15), Gorgiev (5), Fischer (2), Göpfert (4), Jobst (23), Karzmarczyk (18), Hempel (14), Knorr (17), Schneider (20), Lincke (19), Plänitz (13), Wiedmann (10), Dietl (8), Hauck (27), Seitz (9), Wiesner (7), Werner (11), Torunarigha (21).
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