Kennen Sie Murphy?
Glosse

Halten Sie mich jetzt bitte nicht für einen Übertreiber, einen Pessimisten oder einen durchgeknallten Irren, wenn ich behaupte: Die Gefahr lauert überall. Irre ist nur, dass sie mir am Ende dieser Zeilen recht geben - müssen. Irgendein schlauer Mensch hatte für das alltägliche Missgeschick sogar einen Namen. Murphy heißt das Pech in persona. Es ist benannt nach jenem Mann, der behauptet hat, dass alles, was schiefgehen kann auch schiefgehen wird. Wenn das Öffnen eines Joghurtbechers in einer Sauerei auf dem frisch angezogenen Pulli endet oder (ein Klassiker) der Senf aus einer Bratwurstsemmel natürlich auf der Jeans landet, dann ist er da, dieser elendige Halunke.

Besonders gefährdet, Bekanntschaft mit Murphy zu machen, sind nicht - wie oft irrtümlich vermutet - Schokolade essende Kinder. Nein, die größten Dreckbären, wie Ehefrauen liebevoll ihre Liebsten nach dem Malheur betiteln, sind besagte Ehemänner.

Krawatte im Kaffee, Soße am Hemd, Ellbogen im Ketchup, Fettfleck auf der Jacke - die Möglichkeiten, sich nicht mit Ruhm zu bekleckern, sind unendlich. Kaum ein Arbeitstag, der nicht im Fiasko endet. Wie gerade eben beim simplen Ausdrücken eines Teebeutels: Schwupps, das blöde Ding flutscht vom Löffel, platscht zurück in die Tasse, und - richtig vermutet - nun sind schöne roséfarbene Spritzer eines Apfel-Vanille-Tees, Geschmacksrichtung vollmundig-fruchtig, am weißen Hemdsärmel. Gestern Currywurst mit Pommes, extra scharf, der letzte Bissen, kurz nicht aufgepasst: Volltreffer auf der Jeans.

Und nun? Es ist Mittag, der weinrote Pulli (ein Geschenk meiner Frau) ist nagelneu, ein Döner wäre auch mal wieder gut, so mit Knoblauchsauce und allem Drum und Dran. Hallo Murphy!

markus.bleisteiner@derneuetag.de

Kurz notiert Stadttheater ohne Barrieren

Amberg. (upl) Die Stadt packt den barrierefreien Ausbau des Stadttheaters an. Im Haushaltsentwurf 2016 sind bereits 200 000 Euro für einen Architektenwettbewerb vorgesehen, der dazu dienen soll, das Gebäude so zu erschließen, dass zum Beispiel auch Rollstuhlfahrer problemlos die Aufführungen besuchen können. Wenn sich am Dienstag, 10. November, um 15 Uhr der Kulturausschuss trifft, stellt das Kulturreferat die Ergebnisse einer Gästebefragung zu dem Thema vor. Das Gremium tagt ausnahmsweise auswärts - im Lothar-Fischer-Museum in Neumarkt.
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