Kinder nicht zu Sklaven machen

In der Fußgängerzone betätigten sich die Mädchen an ihrem Infostand als Schuhputzerinnen. Bild: hfz

Sie wienerten Passanten in der Fußgängerzone die Schuhe, jonglierten und machten Musik. Ganz so wie Straßenkinder in Haiti. Hinterher hatten die Neuntklässlerinnen des Dr.-Johanna-Decker-Gymnasiums ein stattliches Sümmchen beieinander, das nun Altersgenossen auf der Karibikinsel zufließt.

Viele Kinder in der Dritten Welt haben einen deutlich härteren Alltag als Gleichaltrige in Deutschland. Wie diese leben und was man tun kann, um ihnen zu helfen, lernten die Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 bei einem Projekt, das mit der Aktion "Straßenkind für einen Vormittag" in der Fußgängerzone abschloss.

Interesse geweckt

Innerhalb der Fächer Sozialkunde und Sozialpraktische Grundbildung wurden die Schülerinnen mit den Themen "Kindheit und Entwicklung" sowie "Randgruppen und Integration" auf das Schicksal von Straßenkindern aufmerksam. Bald war das Interesse geweckt und der Plan geboren, in einer Aktion in der Öffentlichkeit das Thema praktisch und kreativ umzusetzen.

Schutz vor Missbrauch

In Gruppenarbeit beschäftigten sich die Mädchen mit den Themenkreisen Straßenkinder, Kinderrechte und speziell mit Haiti und der Hilfsorganisation Haiti-Care, der etwaige Spenden zukommen sollten. Mit dem Ziel, die Lebenssituation ärmster Kinder auf der Insel zu verbessern, ist Haiti-Care nicht erst seit dem Erdbeben 2010 tätig. "Wir versuchen erfolgreich zu verhindern, dass Kinder als Sklaven missbraucht werden und später auf der Straße landen. Wir bieten von Anfang an eine Perspektive für Kinder und Jugendliche", schrieb der Gründer der Haiti-Hilfe, Michael Kaasch, in einem Brief an die DJDG-Mädchen.

Nach ausführlicher Recherche ging es an die Planung der Aktion: Behördengänge und die Anmeldung des Infostandes mussten erledigt werden. Das Organisieren des Pavillons, der Aufbau von Stellwänden, das Basteln von Armbändern, das Sammeln für den Bücherflohmarkt und Kuchenbacken war notwendig, um Spenden von Passanten zu erhalten. Einige Schülerinnen waren zudem bereit, symbolisch typische Arbeiten zu verrichten, mit denen sich Straßenkinder ihr Überleben sichern. So bereitete sich eine Gruppe vor, in der Fußgängerzone als Straßenmusiker, Jongleure und Schuhputzer aufzutreten. Nach der Generalprobe im Schulhof war es soweit: Zahlreiche Besucher informierten sich in der Rathausstraße über das Anliegen und spendeten für Haiti-Care. Insgesamt kamen 532 Euro zusammen.(Hintergrund/Drei Fragen)
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