Kinderparadies mit Biotop-Charakter

So könnte sie aussehen, die Pandurenburg auf dem künftigen Spielplatz am Burschenweg. Da möchte man gerne nochmal Kind sein. Bild: Hartl

Leise plätschert das Wasser des Brüllbaches und des Wachtelgrabens im neuen Bett, sucht sich zwischen mächtigen Granitbrocken seinen Weg zum Krumbach. Kinder spielen daneben, alles grünt und blüht. Was da in Raigering entstanden ist und noch kommen soll, ist nicht nur ein Idyll für Mensch und Natur, sondern weitaus mehr.

"Wir stehen hier in Raigerings neuer grüner Mitte", war sich CSU-Ortsvorsitzender Daniel Müller sicher. An Ort und Stelle trommelte er nicht nur seine Parteikollegen, sondern auch Anwohner und Funktionsträger des öffentlichen Lebens zusammen, um zu erörtern, was im vierten und letzten Abschnitt des Projektes Hochwasserschutz Raigering Ost geschaffen wurde. Im zweiten Teil der Besichtigungstour ging es um den neuen Kindergarten St. Josef.

Üppiges Grün

Beim alten Fußballplatz, laut Müller von den Einheimischen liebevoll "Betze" genannt, wird ein Paradies für Kinder entstehen. Nach Abbruch des Gebäudes der Obstverwertung und des ehemaligen Sportheims entlang des Brüllgrabens ist nun Platz für üppiges Grün.

Einen freien 180-Grad-Rundumblick Richtung Südwesten genoss die Besuchergruppe vom Areal des jetzigen Bolzplatzes aus. Müller und CSU-Fraktionschef Dieter Mußemann zückten auch gleich die Pläne für den Kinderspielplatz am Burschenweg, wie das Projekt heißen soll. Darauf abgebildet war eine imposante Holzkonstruktion mit Türmen, Zugbrücke, Rutschen und schier unzähligen Klettermöglichkeiten. Die Pandurenburg könnte die abenteuerliche Konstruktion heißen, schmunzelten beide CSU-Politiker.

Stirnrunzeln gab es anschließend im Hinblick auf die momentane Optik des Hochwasserschutz-Grabens nebenan. Dass die Rinne, in der das Wasser nun abfließen kann, sehr nach Dreck, Rohbau und irgendwie seltsam aussieht, täuscht, erklärte Fachmann Erwin Schall vom Büro Renner-Consult. "Der Graben ist optimal berechnet und ausgeführt, die Übererdung der Böschung frisch angelegt, das Substrat und der Samen für das Gras eingebracht", versicherte er. Den Rest der Begrünung besorge die Natur selbst- und dann sieht es in wenigen Wochen auch nach einem gelungenen, ökologischen Bachlauf aus.

Im Falle eines Hochwassers

Das Abflussgerinne, wie es genau betitelt ist, schafft im Fall eines Hochwassers 4,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde zum Krumbach hin abzuleiten. Das reiche dicke zum Schutz vor einem so genannten Hundertjährigen Hochwasser, versicherte Schall. Wie viel und wann Wasser abfließen soll, das regelt sich auf natürliche Weise selbst. Schall beruhigte: "Man muss da am Oberlauf nirgends per Hand einen Schieber auf und zu machen." Die großen und kleinen Granitbrocken in der Rinne nehmen bei höherem Durchfluss automatisch Wasserenergie auf, wirken praktisch als natürliche Bremse.
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