Klärwerk: Stau droht zu stinken

Da schraubt sich was nach oben. Hier auf dem Bild ist es die sogenannte Schnecke, ein mechanischer Bestandteil der Abwasserreinigung im Klärwerk Bild: Steinbacher

Auch wenn es den Mitgliedskommunen "stinken" mag, das Klärwerk in Theuern ist eine teure Angelegenheit. 1,34 Millionen Euro müssen hier 2015 für die ersten Schritte eines Sanierungskonzepts investiert werden. Doch damit ist noch längst nicht alles klar im Klärwerk. Weiteres Geld muss fließen.

Natürlich sind diese Mittel sinnvoll eingesetzt und gehen nicht etwa den Bach hinunter, selbst wenn sie bildlich gesprochen die Vils Richtung Theuern hinabwandern. Davon ließ sich der Zweckverband zur Abwasserbeseitigung der Stadt Amberg und der Gemeinden Kümmersbruck und Freudenberg am Montagabend in seiner Sitzung im Klärwerk überzeugen. Er hatte im Vorfeld das Elektrofachplanungsbüro Elo-Consult aus Bad Abbach beauftragt, ein Sanierungskonzept auszuarbeiten, dessen Ergebnisse nun präsentiert wurden.

Blitz- und Explosionsschutz

Dabei realisierten die Verbandsräte schnell, welcher Stau im Klärwerk mittlerweile ansteht. Nicht das Abwasser ist gemeint, sondern eben der Erneuerungsbedarf, der sich nach 23 Betriebsjahren angehäuft hat. So alt ist die einst neu gebaute Anlage am Ortsende von Theuern bereits. Mittlerweile erfüllt sie auch manche Sicherheitsstandards und -vorschriften nicht mehr. Das muss schleunigst geändert werden, befand die Verbandsversammlung einstimmig. Sie entschied sich, nach den von den Fachleuten vorgelegten Prioritätsstufen vorzugehen. Demzufolge soll die Niederspannungshauptverteilung inklusive Explosionsschutz saniert werden. "Wenn's hier rummst, sind die Auswirkungen groß. Dann steht die ganze Kläranlage und kann nicht so schnell wieder zum Laufen gebracht werden", beschrieb Elo-Geschäftsführer Manfred Beck. Nach seiner Auskunft ist ferner eine neue Unterverteilung des Einlauf-Bauwerks nötig, womit auch der Blitzschutz geregelt werden kann.

"Solange nichts passiert ..."

Dort befänden sich außerdem "zwei Schaltschränke in explosionsfähiger Atmosphäre", die verlegt und durch eine Wand abgetrennt werden müssten. "Solange nichts passiert, interessiert das keinen", sagte der Experte zu einigen dieser Zustände, riet aber dennoch zu rascher Abhilfe. Zumal die technischen Richtlinien für überwachungsbedürftige Anlagen Normen wie beispielsweise für äußeren und inneren Blitzschutz vorgäben.

Klar, dass sich die Diskussion bei solchen Ansagen in Grenzen hielt. Selbst wenn der Haushalt für 2015 noch nicht zu beschließen war, signalisierten die Verbandsräte Zustimmung zum Investitionsplan von 1,34 Millionen Euro für 2015. Insgesamt sind für die nächsten drei Jahre sogar 2,5 Millionen Euro vorgesehen, wobei sich die Versammlung dafür aussprach, weniger dringliche Maßnahmen erst 2016 und 2017 anzupacken.

Ad acta gelegt wurden vor diesem Hintergrund aber die Pläne für eine Photovoltaikanlage, die Elo ebenfalls geprüft hatte - zumal sich das Ganze erst nach gut 16 Jahren amortisieren würde.
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