Klaus Schramm und Clelia Meyer stellen in der Galerie Bilderbücher aus
Vom Totentanz inspiriert

Das Thema "Lebenstanz - Totentanz" wurde von den beiden Künstlern Klaus Schramm und Clelia Meyer in der Galerie Bilderbücher sehr individuell und intensiv in Farbe, Figur, Bewegung und Installation umgesetzt. Bild: Steinbacher
Von Klaus Schramm hätten sich die Besucher der Vernissage gerne eine Einführung in die Ausstellung "Lebenstanz - Totentanz" gewünscht. Der Künstler allerdings hatte seine Erklärungen dazu bereits vor dem Eröffnungstermin kundgetan. Allerdings stellte er sich dann bereitwillig jedem Einzelgespräch zu seinen Arbeiten.

In Amberg schon bekannt

Sie sind ja nicht zum ersten Mal in Amberg, Klaus Schramm und Clelia Meyer. Und auch ihr Thema "Lebenstanz - Totentanz" ist nicht neu und bereits in einer umfangreichen AKT-Schau zu sehen gewesen. Aber die nun gezeigten Bilder sind erst in diesem und dem vergangenen Jahr entstanden. Sozusagen taufrisch und in Mixed Media Art gestaltet, individuell und intensiv in Coloration, Figur, Bewegung und Installation umgesetzt, faszinieren die kleinformatigen Arbeiten, bei denen viel geklebt ist und die Farben oft mehrschichtig aufgetragen sind. Zeichnung, Malerei, Fotografie, Aquarell fusionieren zu einem Kunstwerk.

Tanz ist das verbindende Element dieser Ausstellung. Tanz und Bewegung, so wie Pina Bausch ihn erdacht und choreografiert hat: als Verknüpfung von Gesang, Pantomime, Artistik, Schauspiel zu einer neuen Kunstgattung. Der plötzliche Tod der Ausnahmetänzerin "hat diese Serie von Bildern ausgelöst", erläuterte Schramm. Spontan habe er ein Aquarell gemalt und es ihr gewidmet. Es sollte nicht bei einem bleiben.

Mittels Collage und Montage fand der Künstler zu einem neuen Weg der Darstellung, den er immer noch beschreitet, den er vertieft und erweitert. Schramms Lebenstanz ist eine Meditation der Sinne. Im Schauen und Erleben der Bilder lässt sich viel erahnen, was den Oberpfälzer bewegt (1937 in Regensburg geboren, in Amberg aufgewachsen, vor 65 Jahren in der Buchhandlung Mayr als Lehrling erstmals mit der Kunst in Berührung gekommen). Der Totentanz, wie die im 14. Jahrhundert aufgekommene Darstellung des Todes und seiner Macht über das Leben genannt wird, inspirierte Schramm zur eigenen, erzählkräftigen Thematisierung. Im einzigen Bild der Ausstellung aus dieser Serie widmet er sich eindringlich dem Problem "Zivilisationsmüll".

Noch bis 27. Juni

Clelia Meyer, geboren 1938 in Zürich, ist eine Urgroßnichte des Dichters Conrad Ferdinand Meyer. Nicht der Literatur, sondern der Bildhauerei gehört ihre Leidenschaft. In ihrer Stele "Frauenhaus" finden die sinnlich gestalteten, harmonisch in sich ruhenden weiblichen Skulpturen aus Ton und Bronze einen geschützten Raum.

Die Ausstellung in der Galerie Bilderbücher/Buchhandlung Mayr dauert bis 27. Juni. Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 18 Uhr, Samstag von 9 bis 14 Uhr.
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