"Kleiner Club" Nummer zu groß

Die Amberger Oliver Gorgiev und Thomas Schneider kommen zu spät, Ivan Knezevic (von links) zieht ab und erzielt in der 4. Minute das 1:0 für den 1. FC Nürnberg II. Bild: Zink

Der FC Amberg verliert in der Fußball-Regionalliga gegen einen mit vier Spielern aus dem Zweitliga-Kader verstärkten 1. FC Nürnberg II. Bei der 0:3-Niederlage fehlt der Elf von Trainer Timo Rost die Durchschlagskraft in der Offensive, zudem sind zwei der Gegentreffer umstritten.

"Ein verdienter Sieg der Nürnberger, die aber um ein bis zwei Tore zu hoch ausfiel", sagte Ambergs Teammanager Hubert Kirsch. "Aber: Wir haben uns gegen eine aufgerüstete FCN-Reserve teuer und gut verkauft und sind nach wie vor fünf Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt. Jetzt gilt es am nächsten Wochenende im Sechs-Punkte-Spiel gegen den Mitaufsteiger SV Viktoria Aschaffenburg den ganz entscheidenden Schritt Richtung Klassenerhalt zu machen."

Früher Rückstand

Ambergs Trainer Timo Rost konnte bis auf Junior Torunarigha (nicht im Kader) und Kai Hempel (Hexenschuss) auf alle Akteure zurückgreifen. Der zuletzt fehlende Stürmer Sebastian Hauck ersetzte dieses Mal Tobias Wiesner, André Karzmarczyk begann für Frank Lincke und Sven Seitz für Hempel. Die Nürnberger mussten auf Özgür Özdemir (Gelb-Rot-Sperre), Manuel Feil (Adduktorenprobleme), Cedric Teuchert (Fußverletzung), Mike Ott (Trainingsrückstand) und Torwart Alexander Stephan (Schleimbeutelentzündung) verzichten. Allerdings erhielten sie mit Ondrej Petrak, Willi Evseev, Stefan Kutschke und Philipp Hercher vier Leihgaben aus dem Zweitliga-Kader, was sich merklich auf das Spiel und den Ausgang der Partie auswirkte. Die Gastgeber gingen vor 361 Zuschauern bereits in der 4. Minute in Führung: Kutschke setzte sich im Amberger Strafraum durch und legte geschickt von der Grundlinie aus auf Ivan Knezevic zurück, der aus zehn Metern mit einem strammen Flachschuss traf.

Das 1:0 verlieh den Nürnbergern noch mehr Sicherheit, sie bestimmten das Spiel, ließen Ball und Gegner laufen. In der 18. Minute verfehlte Evseev mit einem 18-Meter-Volleyschuss nur um Zentimeter das Tor. "Wir konnten uns erst ab der 25. Minute etwas vom Druck befreien und waren dann gleichwertig", analysierte Kirsch. So hatte der FC Amberg durch Hauck (34.), dessen Versuch aus 18 Metern aus halbrechter Position rechts vorbeisegelte, durch Benjamin Werner, dessen Bogenlampe FCN-Schlussmann Sebastian Kolbe entschärfte (37.), und durch Sven Seitz, dessen Schuss Kolbe zur Ecke lenkte (44.), die ersten Torraumszenen. "Ein ähnlicher Verlauf wie zuletzt in Memmingen. Wenn wir daran in der zweiten Hälfte anknüpfen können, haben wir noch eine Chance", sagte der Amberger Teammanager beim Seitenwechsel.

Schneller Doppelpack

Dass der Wunsch der Vater des Gedanken blieb, lag aber in erster Linie am Club: Denn der sorgte zu Beginn des zweiten Durchgangs schnell für klare Verhältnisse: Petraks Hammer aus 20 Metern ging noch knapp drüber (50.), ehe Knezevic in der 52. Minute und Kutschke drei Minuten später für die frühe Entscheidung sorgten. Beim umstrittenen 2:0, bei dem der Ball zuvor wohl im Aus war, leistete Zweitliga-Akteur Hercher die Vorarbeit. Das 3:0 - hier übersah das Schiedsrichtergespann eine Abseitsstellung - entstand aus einer Co-Produktion des Profi-Duos Hercher/Kutschke. Es dauerte bis zur 59. Minute, ehe Amberg ein Signal gab: Christian Knorrs Schuss vom Strafraumeck ging jedoch knapp am Pfosten vorbei. Nürnberg verwaltete nun den Vorsprung, so dass die Oberpfälzer wieder mehr Anteile hatten.

Mehr Zug zum Tor hatten aber die Gastgeber: Petrak hätte einen Fehler der Amberger beinahe mit dem 4:0 bestraft, doch FC-Schlussmann Matthias Götz parierte den 18-Meter-Schuss. Auf der Gegenseite war Kolbe bei Werners Chance aus elf Metern zur Stelle (80.) und fischte auch einen geschlenzten Seitz-Freistoß sicher herunter (86.) - die letzte Möglichkeit in dieser Partie.
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