Kleines Geschäft - großer Ärger

Teuer zu stehen kommt einem 28-Jährigen, dass er am Samstag gegen 3 Uhr ungeniert auf dem Gehweg vor dem Cineplex-Kino in Amberg urinierte. Während er sich erleichterte, fiel er laut Polizeibericht einer zufällig vorbeikommenden Streife auf, die eine Ordnungswidrigkeitsanzeige bei der Stadt Amberg einreichte. Welche Strafe kommt auf den "Wildpinkler" nun zu? Punkte in Flensburg? Muss er für die Säuberung aufkommen? Das Ordnungsamt Amberg klärt auf: "Den Beschuldigten erwartet ein Bußgeldbescheid zwischen 25 und 50 Euro. Je nach Einkommen oder Erklärung", sagt Johann Wiendl. Der "Wildpinkler" darf sich zu seinem Vergehen erklären. "Es kann ja sein, dass er ein Attest vorlegt und sein plötzlicher Drang zu urinieren gesundheitliche Gründe hatte", erklärt Wiendl. Das Ordnungsamt prüft jeden Fall genau, weswegen es keine Pauschal-Strafe gibt. "Meist sind es Betrunkene, die sich nicht mehr im Griff haben und gar nicht wissen, dass sie eine Ordnungswidrigkeit begehen." Wiendl erläutert, dass "Wildpinkeln" weitaus öfter vorkommt als man denkt. "Das ist jetzt nicht unbedingt ein Delikt, mit dem sich die Betroffenen brüsten." Vor allem für die Inhaber von Geschäften im Umfeld von Kneipen oder Discotheken sei es ärgerlich, wenn sie am Montag eine "Pfütze" in ihrem Laden vorfänden. Wie die Münchener Kollegen das "Wildpinkeln" während des Oktoberfests sanktionieren, wissen die Amberger Ordnungshüter nicht. Auf ihrer Homepage erklärt die Münchener Polizei, dass "Wildpinkeln" mit bis zu 100 Euro bestraft wird, da "diese Unart in den vergangenen Jahren Überhand nahm und kein Gutes Bild der Stadt München abgibt".
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