Klinikum St. Marien in Amberg warnt vor diabetischem Fußsyndrom
Barfußlaufen vermeiden

Die Spezialisten der Klinik für Gefäßchirurgie (von links): Oberarzt Saman Djamil , Leitender Oberarzt Dr. Maximilian Schön und Chefarzt Dr. Ioannis Rafailidis. Bild: hfz

Diabetes zählt zu den großen Volkskrankheiten der Deutschen. Neben Herzinfarkt und Schlaganfall ist das sogenannte diabetische Fußsyndrom eine häufige Folgeerscheinung. Zu spät diagnostiziert, kann sie sogar zur Amputation führen.

Eine frühe Diagnose ist deshalb extrem wichtig. Doch: Was sind erste Warnsignale? Wer ist besonders gefährdet? Und welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Diese und viele weitere Fragen beantwortete der Leitender Oberarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin am Klinikum St. Marien, Dr. Maximilian Schön, beim "Ratgeber Gesundheit".

Besonders anfällig

Zu Beginn des Vortrages erhielten die Zuhörer einen Einblick in die unterschiedlichen Krankheitsverläufe des diabetischen Fußes, die Schön mit Fakten unterlegte und anhand von Bildern veranschaulichte. "Da Diabetiker ohnehin meist unter schlechter Wundheilungsstörungen und erhöhter Infektionsgefahr leiden, sind sie besonders anfällig für das diabetische Fußsyndrom", erklärte der Referent.

Im Anfangsstadium gebe es etliche Warnsignale. Beispielsweise sollten gerade Diabetiker auf zunehmende Taubheitsgefühle in den Füßen, schlecht heilende Wunden oder ein verringertes Schmerzempfinden achten und möglichst schnell einen Arzt konsultieren, wenn sie eines dieser Symptome bei sich bemerken.

"Bei der Diagnose und der anschließenden Therapie setzen wir im Klinikum St. Marien auf interdisziplinäre Zusammenarbeit. Das heißt, wir beziehen unsere niedergelassenen Ärzten und Kollegen aus anderen Fachabteilungen wie beispielsweise Orthopädie und Neurologie mit ein. So stellen wir sicher, dass unsere Patienten die optimale, individuell auf sie zugeschnittene Behandlung bekommen", erklärte Schön den rund 90 Zuhörern. Die Therapieverfahren unterschieden sich von Patient zu Patient stark: "Je nach Schweregrad und Stadium der Erkrankung können wir medikamentös oder operativ behandeln", erläuterte Schön und stellte moderne Verfahren wie die Bypasschirurgie oder das Aufdehnen von Blutgefäßen mittels Ballonkatheter vor. "Erst wenn alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft sind, und sich das Krankheitsbild nicht verbessert hat, muss eine Amputation in Betracht gezogen werden", betonte der Redner.

Vorbeugen wichtig

Damit es dazu aber gar nicht erst kommt, empfehlen die Spezialisten Betroffenen und Angehörigen, schon im Vorfeld aktiv vorzubeugen. "Die Disziplin des Patienten ist dabei für einen erfolgreichen Heilungsprozess besonders wichtig. Dazu gehört zum Beispiel, die Cholesterin- und Blutwerte im Auge zu behalten und den Alkoholkonsum einzuschränken. Denn diese haben ebenfalls negative Auswirkungen auf den diabetischen Fuß", verdeutlichte Schön.

Sich Fußpflege gönnen

Am Ende gab der Referent noch einige Tipps zur Prävention mit auf den Nachhauseweg: Barfußlaufen vermeiden, auf bequeme Schuhe achten und regelmäßig zur professionellen Fußpflege gehen. Im Anschluss an den Vortrag nutzten viele Zuhörer auch diesmal wieder die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen. Auch Dr. Ioannis Rafailidis, der Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, und Oberarzt Saman Djamil standen Rede und Antwort.
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