Klinikum St. Marien stellt Häufung von Patienten mit Neuro-Borreliose fest
Schon drei bestätigte Fälle

Zecken können schwerwiegende Erkrankungen wie Borreliose auslösen. Bild: www.zecken.de
Sie sind klein, widerstandsfähig und saugen Blut: Zecken. Haben sie einen Wirt gefunden, suchen sie sich eine geeignete Körperregion und stechen zu. Der Stich an sich ist nicht schmerzhaft, trotzdem können laut einer Pressemitteilung des Klinikums St. Marien Zecken für Menschen gefährlich werden, denn viele von ihnen sind mit Krankheitserregern befallen: FSME und Borreliose sind die am häufigsten durch Zecken übertragenen Infektionen.

Eine spezielle Form der Borreliose ist die akute Neuro-Borreliose. Sie befällt Nervenwurzeln und Gehirnnerven. Das Klinikum verzeichnet derzeit eine auffällige Häufung von Patienten mit dieser Erkrankung: "Wir haben drei bestätigte Fälle mit akuter Neuro-Borreliose und einen weiteren Verdachtsfall", so Dr. Thorsten Heider, Oberarzt der neurologischen Klinik. "So viele Patienten gleichzeitig sind in den neun Jahren, die ich am Klinikum tätig bin, noch nie vorgekommen."

Die Wanderröte, eine ringförmige Rötung rund um die Einstichstelle, ist ein häufiges Anzeichen für eine Borreliose-Erkrankung. Dazu kommen oft grippeähnliche Beschwerden (ohne Husten und Schnupfen): starke Kopf-, Muskel- oder Nervenschmerzen, erhöhte Temperatur oder Erschöpfungs-Gefühl. "Die spezielle Form der Neuro-Borreliose zeigt sich häufig auch durch Taubheitsgefühl oder Lähmungserscheinungen im Gesicht oder an den Beinen, Seh- oder Gehstörungen oder Schwindelgefühl ", so Dr. Frank Huber, Chefarzt der neurologischen Klinik von St. Marien. Auch Rückenschmerzen seien typisch. Vor allem nachts würden Betroffene unter starken Schmerzen leiden, die mit Symptomen wie nach einem Bandscheibenvorfall zu vergleichen seien.

Die Symptome können auch erst einige Monate nach dem eigentlichen Zeckenstich auftreten. Bei Verdacht auf Neuro-Borreliose sollten Betroffene das von Spezialisten abklären lassen. "Die Neuro-Borreliose lässt sich durch eine Nervenwasseruntersuchung beweisen", so Dr. Heider. Die Krankheit sei heilbar, könne mit Antibiotika gut behandelt werden. Nach einigen Tagen gehe es den Patienten wesentlich besser. Laut Heider müssten Betroffene mindestens 14, in Ausnahmefällen 21 Tage antibiotisch behandelt werden.
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