Klinikum St. Marien: Teilbetriebsversammlungen zur Umstrukturierung der Dienstleistungs-GmbH
Mehr als Personal-Wechselspiel

Schmutzige Wäsche wird in St. Marien in einer eigenen Wäscherei gereinigt. Dort sind aktuell fünf "klinikumseigene" Mitarbeiter tätig, die nach Möglichkeit in die Dienstleistungs-GmbH überführt werden sollen. Bild: hfz

Das Klinikum St. Marien will seine Dienstleistungs-GmbH umstrukturieren. Hintergrund und Modelle dazu sind ein komplexes Thema, das rund 60 betroffenen Beschäftigten am Donnerstag bei zwei Teilbetriebsversammlungen erläutert wurde. Die Stimmung war entsprechend angespannt.

Schon vor der Ankündigung der beiden Versammlungen und einem ersten Vorbericht in der AZ herrschte Aufregung bei den Mitarbeitern. Gelegt hat sie sich noch nicht, wenngleich die Leute seit Donnerstag klarer sehen, wohin die Reise mit ihnen gehen könnte. Kurz gesagt: von einer Firma in die andere. Darüber wollte die Klinikumsleitung mit den Beschäftigten in den Dialog treten, ihnen nicht nur "fertige Entscheidungen präsentieren", wie Vorstand Manfred Wendl sagte. Hintergrund der geplanten Maßnahme ist, dass in einigen Bereichen von St. Marien sowohl direkt beim Klinikum angestellte Kräfte als auch Leute der Dienstleistungs-GmbH, einer Tochtergesellschaft, tätig sind.

Es soll wirtschaftlich sein

Laut Koalitionsvertrag plant die Bundesregierung heuer eine Änderung des Gesetzes zur Arbeitnehmerüberlassung. Sie soll künftig nur mehr befristet für maximal 18 Monate möglich sein. Dadurch sind "Änderungen der bisherigen Strukturen in den betroffenen Bereichen notwendig", hieß es gestern vonseiten des Vorstands, der nicht verhehlte, dass es auch darum geht, die "Wirtschaftlichkeit" aufrechtzuerhalten. Mit dem Personalrat seien verschiedene Lösungsmöglichkeiten erörtert worden, wobei "nie die Schließung einer Abteilung diskutiert wurde". Stattdessen sei es um die Möglichkeit von Teilbetriebsübergängen für Arbeitsbereiche gegangen, bei denen die Leistung im Zuge eines Werkvertrags möglich wäre.

"Dabei wurden Vorschläge durch die Klinikumsleitung unterbreitet, die für die derzeitigen Mitarbeiter des Hauses einen dauerhaften Besitzstand gewährleisten würden", fasste Wendl zusammen. Daneben sind nach seiner Auskunft aber auch weitere Lösungen mit dem Personalrat diskutiert worden, "um die Auswirkungen für die Mitarbeiter des Klinikums möglichst zu beschränken und trotzdem die wirtschaftlichen Anforderungen des Betriebs zu sichern". Das sei den Betroffenen gestern erläutert worden, wobei die Umsetzung dieser Vorschläge laut Wendl "die Bereitschaft einzelner Mitarbeiter voraussetzt, den Arbeitsplatz innerhalb des Klinikums zu wechseln", natürlich in "geeignete Bereiche".

Personalrat redet erst am Freitag

Wendl: "Wenn in den weiteren anstehenden Gesprächen dazu konkrete Vereinbarungen mit den betroffenen Mitarbeitern des Klinikums getroffen werden, können alle unbefristet Angestellten mit unveränderten Arbeitsbedingungen beim Klinikum weiterbeschäftigt werden." Auch den Kräften der Dienstleistungs-GmbH könnten in diesem Fall Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten angeboten werden. Der Personalrat und die Gewerkschaft Verdi wollen sich dazu erst am Freitag in einer eigenen Pressekonferenz äußern.
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