Klinikum St. Marien will nun auch eine integrative Onkologie anbieten - Ärztinnen informieren ...
Globuli & Co. im Kampf gegen Krebs

Essen dient als Vorbild für Amberg (von links): Prof. Dr. Gustav J. Dobos, Direktor der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Essen, Dr. Anna Elisabeth Paul, Organisationsentwicklung, sowie die Amberger Ärztinnen Dr. Stephanie Kuchlbauer, Dr. Anja Tobermann und Dr. Manuela Schaber mit Andrea Giemsa, der Koordinatorin des onkologischen Zentrums am Klinikum St. Marien. Bild: hfz
Die integrative Onkologie soll mittelfristig auch am Klinikum St. Marien angeboten werden. Eine Vorreiterrolle nimmt hier die Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Essen ein. Ärztinnen des Amberger Krankenhaus waren jetzt dort. "Wir haben uns angesehen, wie die komplementäre Onkologie, also die Kombination von Naturheilverfahren und herkömmlichen Therapiemöglichkeiten, in Essen umgesetzt wird", wird Dr. Anja Tobermann, Leitende Oberärztin der Klinik für Strahlentherapie, in einer Pressemitteilung zitiert.

Griff nach dem Strohhalm

Homöopathie, Akupunktur oder spezielle Diäten - Menschen, die die Diagnose Krebs bekommen haben, greifen oft zu alternativen Mitteln, um im Kampf gegen die Krankheit unterstützend zur Schulmedizin jede nur erdenkliche Chance auf Heilung zu nutzen. Über die Wirksamkeit und vor allem auch Sicherheit alternativer Methoden werde immer wieder viel diskutiert - ausreichend wissenschaftliche Studien darüber existierten bei etlichen jedoch noch nicht, stellt das Klinikum in seiner Presse-Info heraus. Es verweist darauf, dass es in der Schulmedizin mittlerweile aber durchaus Ansätze gebe, auf kombinierte Strategien gegen den Krebs zu setzen.

Dort würden seit mehr als 15 Jahren konventionelle Therapieformen mit wissenschaftlich erforschten Naturheilkundeverfahren verbunden, um Krebspatienten möglichst optimal behandeln zu können. Von diesen Erfahrungen wollen auch Experten des Amberger Klinikums profitieren. Also hospitierten drei Medizinerinnen auf Betreiben und Fürsprache von Prof. Dr. Anton Scharl, Chefarzt der Frauenklinik und Leiter des zertifizierten Brustzentrums und des zertifizierten Gynäkologischen Krebszentrums, im Essener Klinikum.

"Wir haben uns in Essen darüber informiert, wie eine solche Sparte aufgebaut werden kann", erklärt Andrea Giemsa, die Koordinatorin des zertifizierten onkologischen Zentrums am Klinikum. Bei dem Besuch in Essen waren neben Dr. Anja Tobermann Dr. Stephanie Kuchlbauer, Oberärztin der Medizinischen Klinik II, und Dr. Manuela Schaber, Oberärztin der Frauenklinik, dabei. "Wir erleben es oft, dass unsere Patienten für die Behandlung nach jedem nur erdenklichen Strohhalm greifen. Einige naturheilkundliche Verfahren sind möglicherweise eine sinnvolle, unterstützende Ergänzung zur konventionellen Krebstherapie", berichtete Dr. Tobermann.

Wichtig sei es allerdings, dass solche ergänzenden Maßnahmen immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, "denn es gibt durchaus auch rein pflanzliche Präparate oder Tees, die sich kontraproduktiv auf Chemotherapie oder Bestrahlung auswirken können".

Nicht nur Kügelchen

"Bei der Integrativen Onkologie geht es um viel mehr als um Kügelchen, Tees oder Akupunktur", erläutert die Fachärztin für Hämatologie und Onkologie. "Ein großer Schwerpunkt liegt neben der Prävention auch auf den Aspekten Ernährung, körperliche Aktivität und Entspannung. Das alles hat einen direkten Einfluss auf die Behandlung."
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.