Klopfen, klappern und rasseln

Die Geschichte, wie Königin Esther die Juden vor der Vernichtung bewahrte, spielten die Kinder bei der Feier im Gemeindesaal oberhalb der Synagoge nach. Danach übernahm eine Band und spielte zum Tanz auf: Ausgelassen und fröhlich feierten die Menschen am Sonntagnachmittag das jüdische Purim-Fest. Bild: Hartl

Wann immer der Name Haman fällt, klopfen und klappern die Menschen. Dies hat Symbol-Charakter: Der Name desjenigen, der einst die persischen Juden vernichten wollte, soll ausgelöscht werden.

Das Klappern und Klopfen oder auch Rasseln mit Ratschen gehört zum jüdischen Fest Purim einfach dazu - wie auch die Fröhlichkeit, Heiterkeit und Ausgelassenheit. Am Sonntagnachmittag haben die Mitglieder der israelitischen Kultusgemeinde an die Befreiung der persischen Juden im fünften Jahrhundert vor unserer Zeit erinnert. In der Synagoge las Rabbiner Elias Dray aus der Esther-Rolle vor.

Erzählt wird, wie Haman, ein hoher Staatsbeamter des persischen Königs Achaschwerosch, die Juden vernichten wollte. Königin Esther und ihr Onkel Mordechai verhinderten dies. Wann immer im Buch Esther, Megillat genannt, das Wort Haman zu hören war, klapperten die Gemeindemitglieder mit den Deckeln der Pulte oder klopften mit den Handflächen auf das Holz. Symbolisch gesehen soll so der Name Haman ausgelöscht werden.

Kinder führen Stück auf

Bei der anschließenden Purim-Feier im Gemeindesaal führten die Kinder ein kleines Schauspiel auf - auch das hatte zum Inhalt, wie Königin Esther und ihr Onkel die Juden vor der Vernichtung bewahren. In den abschließenden Kreistanz reihte sich auch Rabbiner Elias Dray ein. Sehr zur Freude zahlreicher Gemeindemitglieder übernahm dann eine Band das Ruder. Zu fetzigen Musik tanzten die Menschen begeistert zwischen den Tischreihen.

Süßes und auch Wein

Ein kleines Mädchen hatte sich als Prinzessin verkleidet, was ausdrücklich erwünscht ist - so gesehen ähnelt Purim dem Fasching, der ebenfalls Ausdruck von Fröhlichkeit und Ausgelassenheit ist. Deshalb wird das Fest auch oft als jüdischer Karneval bezeichnet.

Süßes in Form von Kuchen und Obst stand auf den Tischen im Gemeindezentrum. Und auch Wein gehört zu Purim dazu - denn es heißt: Jeder müsse so viel Wein trinken, bis er nicht mehr unterscheiden könne zwischen "Verflucht sei Haman" und "Gelobt sei Mordechai".
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