Knoten in der Blase

Die Amberger Fans feuern ihre Mannschaft unablässig an und sorgen so für Stimmung im Stadion am Schanzl. Am Samstag werden knapp hundert Schlachtenbummler des FC Schweinfurt 05 erwartet, die bei fast allen Auswärtsspielen dabei sind. Bild: Ziegler

Warum die Schnüdel Schnüdel heißen, ist unklar. Woher der Begriff kommt, ist schon klarer. Hat irgendwas mit einem Zipfel zu tun, mutmaßt Markus Wolf, Vorsitzender des FC Schweinfurt 05. Dem FC Amberg kann es auch egal sein, Hauptsache, die Unterfranken spielen auswärts so wie bisher.

Die Regionalliga Bayern geht an diesem Wochenende in die siebte Runde. An der Tabellenführung wird sich nach diesem Spieltag nichts ändern, denn der noch ungeschlagene Jahn Regensburg hat sieben Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten SV Wacker Burghausen.

Läuft alles wie erwartet, wird sich dieser Abstand wohl auch nicht ändern. Denn der Jahn ist beim Gastspiel in Illertissen ebenso Favorit wie Wacker Burghausen, der am Samstag, 22. August, den FC Memmingen erwartet. Eine Standortbestimmung liegt vor dem derzeit Dritten der Liga, dem SV Schalding-Heining, der die Amateure des FC Bayern München empfängt. Die Bayern sind nach ihrem verspätetem Saisonstart noch ohne Niederlage (vier Spiele, acht Punkte). Auch im Tabellenkeller wird es heiß hergehen, wenn die SpVgg Unterhaching das Ligaschlusslicht aus Augsburg erwartet.

Aus Oberpfälzer Sicht wird interessant, wie sich der FC Amberg nach dem Ende der niederlagenlosen Zeit beim Heimspiel gegen den 1. FC Schweinfurt 05 präsentieren wird. So eine Serie ohne Niederlagen hat man bei den Schweinfurtern schon lange nicht mehr erlebt. In der aktuellen Saison stehen sie auf einem Relegationsplatz, holten erst fünf Punkte aus sechs Partien. "Wir hatten vier schwere Auswärtsspiele, in den zwei Heimspielen haben wir vier Punkte geholt. Rechnet man hier noch unsere Verletzten dazu, dann kommt das nicht überraschend", bilanziert Vorstand Markus Wolf.

Die erfolgreichsten Zeiten des Vereins liegen mehr als zehn Jahre zurück. In der Saison 2001/2002 gab es eine Saison lang Zweitligafußball in Unterfranken. Nach der Insolvenz 2005 folgte der Neustart in der Landesliga, nach einiger Zeit in der Bayernliga kehrte man 2013 wieder zurück ins bayerische Oberhaus. Große Erfolge feierte man dort aber auch nicht. In der Premierensaison hielt Schweinfurt die Liga gerade noch so in der Relegation gegen Aubstadt und Rosenheim, in der vergangenen Saison landete man am Ende auf Platz 13.

Dass es bisher immer noch gerade so klappte mit dem Klassenerhalt, liegt laut Wolf auch an der Unterstützung von außerhalb: "Wir sind als Verein deutschlandweit bekannt. Unsere Fankultur ist mit der Zeit gewachsen. Als Verein sind wir darauf natürlich richtig stolz. Und auswärts hilft das häufig" - auch wenn die derzeitige Auswärtsbilanz da noch Luft nach oben lässt. Das wolle man schon am Samstag verbessern, wenn es zum FC Amberg geht.

Bleibt noch eins zu klären: Der Spitzname des Vereins. Woher die Bezeichnung "Schnüdel" kommt, kann auch Vorstand Markus Wolf nicht sicher sagen. Die wahrscheinlichste Variante, da ist man sich in Schweinfurt einig, ist wohl die: Zu einer Zeit, als die Luftblasen in Bällen noch aus Saumägen bestanden, wurde die Luft durch einen Knoten in der Blase gehalten. Dieser Zipfel, der für eine unrunde harte Stelle sorgte, ist der Schnüdel. Warum dann aber ausgerechnet der 1. FC Schweinfurt 05 so heißt, weiß wohl keiner mehr so genau.

Fest steht hingegen: Die Unterfranken kommen am Wochenende zu FC Amberg. Und der wird kein Problem damit haben, wenn die derzeitige Auswärtsschwäche der Schweinfurter noch mindestens eine Partie anhält.
Weitere Beiträge zu den Themen: FC Bayern (6868)SpVgg (24098)August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.