König-Otto-Höhle in Velburg lässt tief blicken
Steter Tropfen nährt den Stein

Abseits vom Massentourismus gilt die König-Otto-Höhle bei Velburg als eine Attraktion des Jura. Tropfsteingebilde, die die Fantasie anregen, säumen den Weg der Besucher bis zu 70 Meter unter der Erdoberfläche. Bild: hfz
Lokales
Amberg in der Oberpfalz
12.08.2011
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Man sagt, an klaren Tagen würde man vom 622 Meter hohen Burgberg aus bis zu den Gipfeln der Alpen schauen können. Die Stadt Velburg lässt also weit blicken. Vor allem aber auch tief. Denn bei einem Besuch der bekannten König-Otto-Höhle taucht der Besucher ein in die wundersame Unterwelt der Erdgeschichte des Jura. Sie gilt als eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Deutschlands.

Man sollte sich auch an hochsommerlichen Tagen eine warme Jacke überziehen, wenn man nach dem Passieren der grünen Zugangstüre die 47 Treppenstufen über die Federlhöhle zur Königsgrotte hinuntersteigt. "Denn sommers wie winters herrscht drunten konstant eine Temperatur von acht Grad Celsius", so Petra Dürr, im Velburger Rathaus Ansprechpartnerin für Tourismus-Fragen. Ein eigenartiges Raumklima, an das man sich im schummrigen Licht der Lampen erst gewöhnen muss.

Auf einer Länge von rund 300 Metern drängen sich die steinernen Naturschönheiten ins Blickfeld. Und wenn auch der Stein noch so hart erscheinen mag: Diese Höhle ist kein Endprodukt, sondern mit jedem Tropfen Wasser, der von der Decke rinnt, wachsen die Stalaktiten nach unten. Und mit jedem Tropfen Wasser, der von den Kalknadeln wieder freigegeben wird, streben die Stalaktiten empor. Wenn sie sich nach Zehntausenden von Jahren treffen, entstehen sogenannte Stalagnaten, die wie Baumstämme erscheinen. Aber mit der Lebenserwartung eines Menschen wird hier unten in der Tropfsteinhöhle ohnehin nicht gerechnet.
Vorbei am "Bismarck" kommt man zur Schatzkammer, in die Niederwaldgrotte und zur Traubenkammer. Dann geht es durch das "Tor" und man betritt staunend die erst im Jahr 1972 entdeckte Adventhalle. Ein heller, leicht cremefarben anmutender Raum mit einer unglaublichen Vielfalt von Tropfsteinbildungen. Kalkreiche Wasserfilme sind über lange Zeit an verkeilten Sturzblöcken herabgelaufen und haben dabei Wandsinter abgeschieden, die wie Gardinen-Stores aussehen.

Das menschliche Auge meint Tiere zu erkennen, Kronjuwelen, Pagoden, Burgen, Köpfe. Es streichelt den aus Kalkspat aufgewachsenen Kristallrasen und staunt über das vielfältige Farbspektrum. Und dann wird es noch einmal auf die Probe gestellt, als es nach einer dreiviertel Stunde über einen bergmännisch aufgefahrenen Ausgang ans Tageslicht geht.
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