Konserve statt Feinkost

Texte, die zum Nachdenken anregen, wechselten sich beim anderen Weihnachtssingen in St. Michael mit Liedern ab, die nicht jeder sofort auf das Christfest beziehen würde. Den Besuchern gefiel die Mischung. Bild: ads

Nicht naive Romantik hatten sich die Organisatoren des anderen Weihnachtssingen auf die Fahne geschrieben. Stattdessen wechselten sich einfühlsame Texte mit Liedern ab, die man nicht sofort mit dem Fest in Verbindung bringt.

So hörten die Besuchern von dem Kellner, der nach 35 Dienstjahren von heute auf morgen entlassen wurde. Was war geschehen? Es menschelte, denn der Ober erhielt nach Ende seiner Schicht Besuch von einem wohl Achtjährigen, den er zuvor mit dessen Eltern in dem Gourmettempel bedient hatte.

Alles hatte das Kind gleich bestellt, aber nichts berührt, geschweige denn gegessen. Nun stand es in des Kellners Zimmer und schaute zu, wie dieser eine Konservendose mit Erbsen aufmachte und aufwärmte. Schlussendlich aß der Bub drei Teller.

Kule im Parkett

Dann wollte dieser Murmeln spielen. Als Kellner mit 35 Dienstjahren hätte er wissen müssen, dass man nicht auf den Wunsch eines Kindes hin so einfach zum Hausmeister geht, sich Hammer und Meisel geben lässt und eine Kule in den Parkettboden schlägt, auch wenn man diese zum Murmeln braucht. Er konnte aber nicht wissen, dass die betrunkene Mutter des Kindes darüber stolpern und sich den Fuß brechen würde. Solche Geschichten zum Nachdenken wechselten sich mit Liedern ab.

Mitwirkende waren die Gruppe Impeesa Ammersricht, der SKF-Chor aus Amberg, und am Klavier begleitete exzellent Benjamin Schallwig aus Pressath. Ein gelungener Abend, der die Besucher fesselte. Veranstalter waren die Pfarrei St. Michael und die katholische Jugendstelle Amberg. Die Spenden kamen dem Haus Arche zur Unterstützung dort lebender Familien zugute. Denn da können Frauen und deren Kinder vor gewalttätigen Männern Schutz suchen.
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