Kosten für Wirtschaftsschule laufen aus dem Ruder
Im Haushalt wird es eng

Die Städtische Wirtschaftsschule vom Martinsturm aus gesehen. Direkt rechts neben dem Gebäude soll das Eingangsbauwerk für die Tiefgarage auf dem Bürgerspitalgelände entstehen. Bild: Steinbacher

Die Kosten für die Sanierung der Wirtschaftsschule laufen so allmählich aus dem Ruder. Dabei haben die Arbeiten noch gar nicht angefangen. Der Stadtrat spart jetzt am Luxus, um es nicht noch teurer zu machen.

Als im August 2012 die erste Kostenberechnung für die Generalsanierung und Erweiterung der Städtischen Wirtschaftsschule in der Ziegelgasse gemacht wurde, lag der Aufwand bei 8,339 Millionen Euro. Jetzt, zwei Jahre später, sind bereits 9,267 Millionen fällig, ohne dass irgendetwas passiert wäre - die Preise auf dem Bau explodieren förmlich. Rechnet man die Lüftungsanlage für das Gebäude ein, über die der Stadtrat am Montag zu entscheiden hatte, sind es sogar 10,1 Millionen Euro.

"Damit sind wir schon ganz nah am Neubauwert, der rund 10,6 Millionen Euro beträgt", stöhnte Stadtkämmerer Franz Mertel am Montag in der Sitzung des Gremiums. Langsam wird es also günstiger, die Wirtschaftsschule irgendwo draußen auf der grünen Wiese neu zu errichten, als den Bestand zu sanieren. Wobei das nicht das eigentliche Problem ist: "Der Altbau", so sagte Franz Mertel, "kann relativ günstig saniert werden. Aber der Neubau, der läuft uns irgendwie aus dem Ruder." Und damit sieht er seinen ausgeglichenen Haushalt in Gefahr, der einen gleichzeitigen Schuldenabbau von zwei Millionen Euro beinhaltet.

Das Problem: Schon jetzt sind rund 3,3 Millionen Euro an Investitionen festgezurrt. Die resultieren aus Mehrausgaben für die Staatliche Realschule, die Zweifachturnhalle der Dreifaltigkeitsschule und den Umbau des sogenannten Schießlstadels. "Mit der Wirtschaftsschule sind wir schon bei 6,5 Millionen", beklagte Mertel.

Er fürchtet nun, so allmählich in eine Zwangssituation zu geraten, in der die Stadt keinen finanziellen Spielraum mehr besitzt. "Dann wird eine Kreditaufnahme wohl unumgänglich sein." Nun hatte Franz Mertel das böse K-Wort ausgesprochen. "Da ist die Luft aus dem Haushalt 2015 so langsam draußen", pflichtete ihm OB Michael Cerny bei. So brauchte es nicht vieler Argumente, die Stadträte davon zu überzeugen, wenigstens im Altbau auf eine 500 000 Euro teure Lüftungsanlage zu verzichten, die man nicht braucht.

Gegen zwei Stimmen

Gegen die Stimmen von Emilie Leithäuser (FDP) und Dr. Eberhard Meier beschloss das Gremium auch, unter dem zu errichtenden Neubau der Schulaula eine Tiefgarage mit 32 Parkplätzen zu bauen. Weil das später dann nicht mehr möglich ist und nach Ansicht der Stadträte nur so die Erschließung einer späteren Quartiersgarage auf dem benachbarten Bürgerspitalgelände gelingen kann.

Wobei OB Michael Cerny wiederholt deutlich machte, dass diese Stellplätze zwar zunächst von den Lehrern der Wirtschaftsschule und städtischen Bediensteten genutzt werden könnten. Später aber sollen sie Teil der Quartiersgarage werden. Einstimmig stimmte der Stadtrat dann noch dafür, endlich die Sanierung der Schule konkret in die Wege zu leiten.
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