Kräuterbuschen haben eine lange Tradition - Frauen binden und verkaufen sie
Mit Vorliebe im Herrgottswinkel

Eigentlich würden 77 verschiedene Kräuter in einen Strauß gehören - was aber wohl des Guten zu viel wäre. Bild: hfz
Seit mittlerweile fast 30 Jahren pflegt der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) nun schon die Tradition des Kräuterbuschenbindens zu Mariä Himmelfahrt. Sie reicht natürlich noch viel weiter zurück: Seit über 1000 Jahren bringen Christen am Hochfest von Mariä Aufnahme in den Himmel Heilkräuter und Blumen in den Gottesdienst, um sie segnen zu lassen.

Schutz vor Krankheit

Eigentlich würden 77 verschiedene Kräuter in einen Strauß gehören. Das wäre aber bestimmt zu viel des Guten. Die SkF-Frauen greifen deshalb nur auf die Wichtigsten zurück. Zu ihnen zählen zum Beispiel Johanniskraut, Salbei, Kamille, Baldrian, Beifuß, Getreide und Minze.

Die Kräuter, die dann an Mariä Himmelfahrt geweiht werden, sollen nicht nur dem Schutz vor Krankheit dienen. Sie sollen auch Haus, Hof und Familie vor Unheil bewahren. Sie werden getrocknet und mit Vorliebe im Herrgottswinkel platziert.

Früher wurden die Büschel zum Schutz von Haus und Stall in den Dachfirst gehängt, zum Gedeihen der Früchte auf die Saatfelder gesteckt und dem Vieh unters Futter gestreut. Kranke erhielten einen Tee aus den geweihten Kräutern, und bei Gewitter und Hagel wurde das Büschel sogar am Herdfeuer verbrannt.

Auch heuer binden am Freitag, 14. August, wieder um die 40 Frauen in den Jura-Werkstätten über 1000 Sträuße. Viele von ihnen sind fleißige Helferinnen ersten Stunde und könnten einiges über den Kräuterbuschen-Brauch erzählen.

Erlös für soziale Arbeit

Die farbenfrohen Sträuße werden dann am Feiertag und zu den Vorabendmessen in den Amberger Kirchen St. Georg, St. Sebastian, Hl. Dreifaltigkeit sowie der Pfarrkirche St. Michael in Poppenricht und der Frohnbergkirche in Hahnbach gegen eine Spende abgegeben.

Der Erlös dient zur Unterstützung der sozialen Arbeit des SkF.
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