Kraft der Vergebung schafft Barmherzigkeit
Die Festpredigt am Freitagabend auf dem Mariahilfberg

Amberg. (ath) "Der Weg Jesu - Weg der Barmherzigkeit und der Eingliederung": Mit diesem Thema beschäftigte sich Dompropst Dr. Wilhelm Gegenfurtner am Freitagabend bei der ökumenischen Andacht in seiner Festpredigt auf dem Mariahilfberg.

Er begann mit einem Wort von Papst Franziskus: "Wenn wir glauben, dass die Theologen sich einmal einig werden, werden wir die Einheit nach dem Jüngsten Gericht erreichen." Diese Aussage stammt aus der Videobotschaft des Pontifex zum Tag der christlichen Einheit in der US-Diözese Phoenix. Gegenfurtner führte aus: "Das heutige Gebetstreffen nimmt diesen Satz des Papstes ernst, weil Christen unterschiedlicher Konfession zusammen beten und hier auf dem Berg ihren gemeinsamen Glauben an Jesus Christus miteinander bekennen. Das Evangelium, in dem Christus betont, dass er gekommen ist, die Sünder zu bekehren und nicht die Gerechten, weist uns dabei den Weg, weil Jesus dadurch deutlich macht, dass niemand ausgeschlossen wird, der sich seiner frohen Botschaft öffnet."

An die Gläubigen richtete der Prediger die Frage, wie wir mit dieser Haltung umgehen, wie wir mit anderen umgehen, die nicht unserer Meinung sind, wie schnell wir jemand ausschließen, anstatt zu verstehen, wie unversöhnlich wir untereinander sind.

Der Blick auf die ersten Christen, auf die sogenannte Urgemeinde in Jerusalem, zeige uns, wie die Apostel den Konflikt gelöst haben, "als es darum ging, ob die Heidenchristen das Gesetz des Mose genau befolgen sollten oder ob die Freiheit des neuen Gesetzes Christi der Maßstab ist. Paulus und Petrus haben sich durchgesetzt mit dem neuen Maßstab Christi, mit dem Weg der Barmherzigkeit und haben so die Menschen umarmt und die Ausgrenzung in Verkündigung verwandelt."

Deshalb, so der Prediger, muss der Weg der Kirche vom sogenannten Jerusalemer Konzil an immer der Weg Jesu sein: der Weg der Barmherzigkeit und der Eingliederung. "Wo, wenn nicht in der Beichte, erfahren wir genau diese Wege?"

In der Kraft der Vergebung des eigenen Versagens werden wir barmherzige Menschen, die ohne Angst und ohne Vorurteile Christi Liebe durch die eigene Liebe bezeugen, betonte der Dompropst. Er schloss mit der Überzeugung, dass auch so Einheit immer mehr gelingen kann, wenn wir miteinander beten, miteinander sprechen, die Distanzen überwinden und uns immer mehr verbrüdern.
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