Kreativ und erfolgreich

Reden über den kreativen Erfolg (von links): Wilhelm Koch vom Büro Wilhelm, Popup-Unternehmerin und Designerin Marion Stiegler und Werbeprofi Jürgen Schwarz im Gespräch mit Moderatorin Inci Ceylan vom Bayerischen Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft. Bild: Hartl

Kreativ sein und damit Geld verdienen, das scheinen zwei Gegenpole, die einfach nicht zusammenpassen. Die Metropolregion Nürnberg will aber genau daran arbeiten. Auch in Amberg.

Das Stadttheater schien den Veranstaltern der richtige Ort, um die Kreativen aus der Stadt zusammenzuholen, sie miteinander bekanntzumachen und mit neuen Impulsen versehen wieder hinauszuschicken in die Welt, die sie doch so dringend braucht.

Denn die Verbindung von Kultur und Wirtschaft ist nach Aussage des Nürnberger Wirtschaftsförderers Dr. Michael Fraas sehr notwendig. "Wirtschafts- und Kulturleute arbeiten zusammen, leben aber in völlig verschiedenen Welten", so sagt er. Äußeres Zeichen dieser Verbindung am Dienstagabend war die Tatsache, dass der Wirtschaftsförderer Gewerbebau und das Kulturreferat gemeinsam als Veranstalter auftraten.

Rund eine Milliarde Euro pro Jahr erwirtschaftet der Sektor allein in der Oberpfalz, sagte Dirk Kiefer, der Leiter des bayerischen Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft. Ein Schatz, der gehoben und gefördert werden will. Zumal in diesem Bereich deutlich mehr Menschen arbeiten würden als beispielsweise in der Gastronomie samt Hotellerie. Etwa 2200 Steuerpflichtige verdienen laut Industrie- und Handelskammer in der Oberpfalz pro Jahr mehr als 17 500 Euro mit ihrer kreativen Tätigkeit. 4900 kreative Selbständige hat laut Dirk Kiefer jüngst sogar das Institut für Kulturwirtschaftsförderung mit Sitz in Köln hier gezählt.

Drei davon präsentierte Moderatorin Inci Ceylan am Abend im Stadttheater: Wilhelm Koch, einen der drei Teilhaber des Kreativbüros Wilhelm, Marion Stiegler, die mit ihrem Popup-Laden in jüngster Zeit von sich reden gemacht hat und Jürgen Schwarz, junger Gründer einer Werbeagentur in der Stadt. Alle drei verband die Aussage, dass es am Anfang sehr schwer oder einfach ganz anders war, in der jeweiligen Branche Fuß zu fassen, irgendwann einmal aber die entscheidende Idee, der richtige Kunde kam und es inzwischen ganz gut läuft.

Ein Segen für die Kreativunternehmen in der Provinz ist laut Wilhelm Koch die zunehmende Digitalisierung. "Man muss heute nicht mehr überall hinfahren, um einen Auftrag zu bekommen", so sagte er. Aber noch immer gelte: "Die beste Werbung ist die Mund-zu-Mund-Propaganda." Ein bisschen davon wollte die Veranstaltung am Dienstagabend im Stadttheater leisten.
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