Kreisverband warnt vor Strukturänderung wie bei SPD
"Ortsverbände sind Rückgrat der CSU"

Das ist der neue Vorstand des CSU-Kreisverbandes mit (von links) Kathrin Fischer, Michael Cerny, Susanne Wasner, Vorsitzendem Stefan Ott, Birgit Wittmann, Hubert Sperber und Andrea Widder. Nicht auf dem Bild ist Schatzmeister Andreas Neiswirth, der am Abend der Wahl verhindert war. Bild: gf
"Ich möchte die CSU davor warnen, die Struktur des Kreisverbands anzutasten und damit einen bewährten Pfad zu verlassen." Diesen Rat gab der scheidende Kreisvorsitzende Martin Preuß am Donnerstagabend bei der Mitgliederversammlung im Pfarrheim St. Michael seiner Partei mit auf den Weg. "Wer meint, dass er durch Zusammenlegung, durch Zentralisierung den Kontakt zur Basis, zu unseren Bürgern verbessern kann, der irrt - das Gegenteil ist der Fall", sagte Preuß vor einem aktuellen Hintergrund, den er zwar nicht namentlich aussprach, aber meinte.

Wie berichtet, hat die Amberger SPD ihre Ortsvereine aufgelöst und der Stadtverband fungiert nun praktisch als ein Ortsverein. "Unsere neun Ortsverbände sind das Rückgrat, die Wurzeln der CSU", machte Preuß in seinem Rückblick deutlich. "Wir alle wissen es zu schätzen, dass die CSU-Politik in Amberg ganz erheblich von unseren neun Ortsverbänden und ihren Vorsitzenden lebt, die in ihren Versammlungen, Ortsbegehungen und Bürgergesprächen echte Bürgernähe beweisen", brach er eine Lanze für dieses System. Noch deutlicher wurde Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger in ihrem Grußwort. "Wir haben es nicht nötig, unsere Ortsverbände zusammenzulegen", sagte sie, "wir sind ein Kreisverband Amberg-Stadt und kein Ortsverein. Wir werden diese Kompetenz in allen Bereichen in den nächsten Jahren noch stärker ausspielen."

Trotz dieser kritischen Anmerkungen drosch Martin Preuß nicht auf die SPD ein. Im Gegenteil hob er in seinem Bericht hervor, dass die CSU trotz eines guten Kommunalwahlergebnisses mit einem "sensationell" im ersten Wahlgang durchgebrachten neuen Oberbürgermeister Michael Cerny "auf einen verlässlichen Kooperationspartner angewiesen ist". "Der wurde nach vielzähligen Gesprächen und sorgfältiger Abwägung, für viele ganz unerwartet, in der SPD gefunden", so Preuß. Er betonte, dass die "großen Aufgabenstellungen der nächsten Jahre tragfähige und belastbare Mehrheiten" im Stadtrat brauchten. (Angemerkt)
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