Krieger der Vollstrecker

Das war in der 19. Spielminute die 1:0-Führung für den ERSC Amberg durch Stürmer Darnell Pruett (nicht im Bild). ERSC-Stürmer Kirill Groz (Zweiter von links) und Verteidiger Christoph Schönberger (Zweiter von rechts) bejubeln den Treffer, während der Pegnitzer Stürmer Christof Hagen, Torhüter Maximilian Müller, Verteidiger Lukas Späth und Stürmer Christian Masel (von links) enttäuscht dem im Tor liegenden Puck hinterher sehen. Bild: Ziegler

Rund 1200 Zuschauer bilden im Amberger Eisstadion einen würdigen Rahmen für ein Eishockey-Derby, das mit dem ERSC einen verdienten Sieger findet. Die Löwen sind beim 4:2-Erfolg dem amtierenden Meister aus Pegnitz in fast allen Belangen überlegen.

Trotz des Dreifachtorschützen Daniel Krieger brauchte es eine geschlossen starke Mannschaftsleistung der Gastgeber, denen vom Anpfiff weg der größere Wille anzumerken war, gestützt auf einen bärenstarken Lukas Stolz im Tor - und denen erfolgreich die Revanche für die unglückliche 3:4-Niederlage in Pegnitz am zweiten Weihnachtsfeiertag gelang.

Stolz hält Penalty

Hervorragend eingestellt von Coach Stefan Ponitz und hoch motiviert setzten die Löwen den Gegner unter Druck, der zu seiner Kontertaktik praktisch gezwungen wurde. Einen Schlagschuss von Boris Flamik und eine Großchance für Kirill Groz notierte man aus den Anfangsminuten. Quasi mit ihrem ersten ernsthaften Angriff hätten die Gäste allerdings den Verlauf auf den Kopf stellen können. EVP-Torjäger Markus Schwindl wurde kurz vor dem ERSC-Gehäuse regelwidrig zu Fall gebracht, scheiterte aber mit dem folgenden Penalty an Lukas Stolz.

Die Zündung

Das war eine zusätzliche Initialzündung für die Gastgeber, sofern sie diese überhaupt noch benötigt hätten. Der Druck auf das Tor der Pegnitzer wurde teilweise immens, auch weil Amberg nahezu alle Duelle an der Bande oder auch die Bullys für sich entschied. Auf den ersten Torjubel musste man aber noch warten, bis kurz vor der Drittelsirene Kapitän Norbert Gerber von der blauen Linie aus abzog und Darnell Pruett unhaltbar für den vielbeschäftigten Max Müller im Gästetor zum 1:0 abfälschte.

Damit war Pegnitz relativ gut bedient, auch wenn Lukas Stolz in den Schlusssekunden noch einen Leichtsinnsfehler seiner Vorderleute ausbügeln musste.

Stolz stand auch zu Beginn des Mittelabschnittes im Blickpunkt, wo seine Mannschaft einige Zeit in doppelter Unterzahl zu überstehen hatte. Das klappte auch recht gut, aber kaum wieder komplett kassierten die Löwen den Ausgleich durch Sergej Hausauer. Da hatte Daniel Krieger aber die richtige Antwort parat, denn nur 50 Sekunden später lochte der ERSC-Stürmer aus spitzem Winkel zum 2:1 ein. Das war das Signal zu einer weiteren Angriffswelle der Gastgeber, wo Flamik zunächst die Latte anvisierte. Danach lieferte der Abwehrchef die Vorlage zum 3:1 durch Krieger, dessen Gewaltschuss im Pegnitzer Torwinkel einschlug.

Mit Fingerspitzengefühl

Jede Menge Fingerspitzengefühl bewiesen die beiden Unparteiischen, die nach einer etwas lebhaften und leicht körperlichen "Diskussion" unter den Kontrahenten nicht überzogen reagierten und jeweils drei Spieler beider Teams für zwei Minuten zur Abkühlung auf die Strafbank schickten. Die Mannschaften dankten dies auch mit einer fairen Spielweise bis zum Schluss, trotz allen Einsatzes.

In Überzahl kamen die Gäste kurz vor Ende des Abschnittes durch Christian Masel auf 3:2 heran, wobei man durchaus über ein Torraumabseits hätte diskutieren können. Die Partie war nach zwei Dritteln auf jeden Fall weiterhin spannender als sie hätte sein müssen.

Das blieb auch im Schlussdrittel so, wo Gästetrainer Vaclav Drobny seine Mannschaft nun mehr nach vorne trieb. Die Schussquote bei den IceDogs erhöhte sich, wohl auch, weil das hohe Tempo bei den Löwen etwas Tribut in der Konzentration forderte. Richtig zwingend waren aber die Chancen der Gäste nicht, da hätten eher noch die Gastgeber für eine Vorentscheidung sorgen können. Knapp zwei Minuten vor dem Ende nahm Drobny seinen Torhüter zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, aber die Löwenabwehr stand weiterhin bombensicher.

Technisches Tor

Bei einem Konter lief Krieger alleine auf das verwaiste Pegnitzer Tor zu und wurde von hinten von den Beinen geholt. Die Schiedsrichter hätten Penalty geben können, entschieden aber regelkonform auf ein sogenanntes "technisches Tor" - 47 Sekunden vor der Schlusssirene die endgültige Entscheidung in einem rassigen Derby, das absolute Werbung für den Eishockeysport war.
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