Kriegsroman Mittelpunkt eines Vortrags im Staatsarchiv
Suche nach dem Sinn

Dr. Herbert Wurster ist Historiker und Archiv-Direktor. Bild: hfz
Dr. Herbert Wurster, Historiker und Archiv-Direktor der Diözese Passau, taucht am Dienstag, 14. Oktober, ab 19 Uhr im Staatsarchiv in der Archivstraße mit seinen Zuhörern in die Welt des Hans Carossa ein. Dessen "Rumänisches Tagebuch", das 1924 erstmals erschien, gilt als einer der wichtigsten Kriegsromane mit autobiographischen Elementen, die in Deutschland zwischen 1918 und 1933 veröffentlicht worden sind.

Der Roman behandelt die Zeit vom 4. Oktober bis 15. Dezember 1916, in der Carossa als Bataillonsarzt an den schweren Winterkämpfen in Rumänien beteiligt war. Zum Militär war der gebürtige Tölzer gegangen, weil er im Krieg fast mythisch nach Sinn suchte. In Rumänien dagegen beobachtete er nüchtern, führte vor Augen, was es bedeutet, dass sich der Krieg bereits "ins dritte Jahr zieht".

Aus der in der Fronterfahrung gewonnenen Erkenntnis vom Leid des Krieges, mit der er seine vorherige Einstellung hinter sich lässt, wächst Carossas Entschlossenheit, sich ganz der Kunst zuzuwenden. Seinem Leser zeigt er in vielen Episoden, wie in dem Völkergemetzel die alteuropäische Welt zerfällt und zerstört wird.

Bei dem Vortrag handelt es sich laut Programm um eine gemeinsame Veranstaltung des Staatsarchivs, des Stadtarchivs sowie der Regionalgruppe Amberg des Historischen Vereins für die Oberpfalz und Regensburg. Die Teilnahme ist kostenlos.
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