Kriminal-Bär für 60 Jahre Treue

Gemeinsam mit dem stellvertretenden Landesvorsitzende Gerhard Knorr (rechts) zeichnete GdP-Kreisgruppenvorsitzender Kurt Kopf für ihre langjährige Mitgliedschaft Harald Leitermann, Josef Preischl und Dieter Amann (von links) aus. Bild: sön

Jeder pensionierte Polizeibeamte soll ersetzt werden, hat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann versprochen. Kurt Kopf von der Gewerkschaft der Polizei ist gespannt. Er hat schon ausgerechnet, wie viel neue Ordnungshüter die Oberpfalz am 1. September bekommen müsste.

(sön) "Jeden Tag wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben. Ein Problem in der Beförderungssituation jagt das andere", klagte der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Gerhard Knorr, bei der Jahreshauptversammlung im Landhotel Aschenbrenner in Paulsdorf.

GdP legt Widerspruch ein

Knorr ging auf die aus der Arbeitsgruppe Schichtmodelle kolportierte Aussage von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ein, "mit ihm werde es bis Ende 2015 keine 12-Stunden-Nachtschicht mehr geben". Elf Stunden Pause zwischen zwei Schichten von maximal zehn Stunden, das sei für die GdP nicht akzeptabel. Knorr erinnerte: "Bei den kleinen Dienststellen fehlt Personal in der Schicht - und dann verordnet man so ein Modell."

Dezidiert ging er auf die EU-Richtlinie zur verpflichtenden Untersuchung von Schichtarbeit ein. Er warf die Frage auf, ob die Polizei unter die EU-Richtlinie fällt, zu der es keine Ausführungsbestimmungen und Verordnungen gebe. Eine "Veranstaltung mit viel Sprengstoff" nannte er dieses für ihn sehr emotionale Thema.

Mit einem Gedenken an alle in Ausübung ihres Dienstes verstorbenen oder durch Gewalt ums Leben gekommenen Kollegen hatte der Vorsitzende der Kreisgruppe Amberg, Kurt Kopf, die Jahreshauptversammlung eröffnet. Rückblickend bezeichnete er den Bürger- und Polizeiball, "den wir am 7. November zum 25. Mal durchführen", als einen Höhepunkt in Ambergs gesellschaftlichem Leben. Die Kreisgruppe könne auf eine stabile Mitgliederentwicklung bauen. Er verwies auch auf die laufende Werbeaktion. Lobend hob Kopf die engagierte Seniorenbetreuung durch Richard Wirth hervor, zu der auch der Stammtisch zähle.

Personallage angespannt

Die Personalsituation im gesamten Präsidium sei weiterhin als sehr angespannt zu bezeichnen, auch wenn zum 1. März elf Beamte und weitere 16 als mobile Reserve zugeteilt würden. Innenminister Herrmann stehe immer noch im Wort, dass jeder pensionierte Beamte ersetzt werde. Dies hieße, dass das Oberpfälzer Polizeipräsidium zum 1. September mit 53 Zuteilungen rechnen könne.

"Wir werden kämpfen müssen. Warnstreiks werden notwendig sein", betonten Kopf und Knorr zur laufenden Tarifrunde, "für die Finanzminister Markus Söder die 1:1-Übernahme für Beamte bereits versprochen hat".
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