Künstlerin Rose Heuberger beschäftigt sich mit Sandgruben und Natur - Ausstellung in der ...
Verfremdet, aber nicht unecht

Rose Heuberger stellt in der Galerie Bilderbücher ihre Bilder aus, die Sandgruben und Wechselwirkungen mit der Natur zum Thema haben. Bild: Steinbacher
Kann man Sandgruben als "schön" bezeichnen? Haben die Narben, die eine rohstoffhungrige Zivilisation der Natur schlägt, etwa doch einen ästhetischen Aspekt? Stellt man diese Fragen Rose Heuberger, kann man davon ausgehen, dass die Fotografin diese höchst energisch bejaht.

Die Sandgruben rund um ihre Regensburger Heimat sind für sie schon seit Jahren ein lohnendes Motiv. Derzeit zeigt sie in der Galerie Bilderbücher in der Buchhandlung Mayr eine Auswahl ihrer Arbeiten aus den vergangenen 20 Jahren. Zur Vernissage zu dieser Ausstellung, die den schlichten aber vielsagenden Titel "Sand II" trägt, kam die Künstlerin nach Amberg.

In der ersten Dekade, in der Rose Heuberger ihrer Leidenschaft für die Sandgrubenfotografie nachging, benutzte sie noch die klassische Kamera mit Rollfilm. Aber schon damals wollte sie die Produktion der Bilder von der Motivsuche bis zum fertigen Foto persönlich überwachen. Sie ging für jede Serie selbst ins Labor, um gegebenenfalls noch etwas nachzubessern und die Kontrolle über die letzten Arbeitsstufen zu haben.

Die zweiten zehn Jahre war die Digitalkamera ihre Begleiterin auf den Touren in die nähere Umgebung. Für Foto-Puristen wohl ein Sakrileg, für Rose Heuberger ein Segen. Denn sie kann nun die Bilder am heimischen Computer in aller Muße bearbeiten, bevor sie in die Druckerei gehen. Dabei geht sie nicht soweit, alle verfügbaren Verfremdungsmöglichkeiten, die die moderne Technik bietet, auszunutzen. Aber leichte Korrekturen der Farben und ihrer Intensität sind den fertigen Bildern anzumerken.

Die Veränderungen, die die Fotografin vornimmt, sollen auch nur die Strukturen, die ihre Lieblingsobjekte aufweisen, verstärken. Harte Abbruchkanten, verschiedene Sedimentschichten und selbst die Spuren von Baggern und Lastkraftwagen im Sand ergeben ein Gesamtbild, das sich in seiner Intensität noch dadurch steigert, dass als Trägermaterial für die Bilder Stoff verwendet wird. Der kann bestehende Strukturen verstärken, trägt aber auch durch seine Beschaffenheit zu einer weiteren Stufe der Verfremdung des eigentlichen Bildes bei.

"Für mich ist es auch interessant, zu beobachten, wie sich die Landschaft im Laufe der Zeit verändert," sagte Rose Heuberger. Das Werden und Vergehen übt eine starke Faszination auf die fotografierende "Heimatkundlerin" aus. So können etliche Werke der einzelnen Serien auch als "historische" Studien gesehen werden. In diesen dokumentiert sie von der Rodung über die Nutzbarmachung als Sandlagerstätte bis hin zur Wiederaufforstung den Lebenszyklus ihrer Sandgruben aus verschiedenen Blickwinkeln.

Die Ausstellung ist bis zum 28. November zu den Geschäftszeiten in der Buchhandlung Mayr zu sehen.
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