Kursschwankungen beim Eintritt

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Zwischen Vorlesungen und Seminararbeiten zieht Thomas Mayr (23) gerne mal seine Bahnen im Schwimmerbecken. Doch seit ein paar Wochen ist sein sportliches Vergnügen im Kurfürstenbad getrübt.

Die Stadtwerke haben zum 1. April die Eintrittspreise für Studenten erhöht - um 60 Prozent. Nach drei Wochen ruderte der Badbetreiber zurück. Die Erhöhung beläuft sich jetzt immerhin nur noch auf 25 Prozent.

Kalkulationsfehler

Er habe zunächst an einen Aprilscherz geglaubt, schildert Mayr seine Erfahrungen an der Bad-Kasse. "Nach der schleichenden Salami-Taktik der vergangenen Jahre haben die Stadtwerke nun zum Fleischerbeil gegriffen", sagt er. Wo Studierende für 90 Minuten Schwimmen bislang 2,50 Euro zahlen mussten, waren auf einmal satte vier Euro fällig. Dieser Tarif galt drei Wochen lang. Seit 21. April gibt es eine neue Preistafel, die nun einen Betrag von 3,20 Euro ausweist.

Wie viel er wohl morgen bezahlen müsse, fragt Mayr süffisant. "Aufgrund der starken Kursschwankungen ist das ja nicht abzusehen. Nach den jüngsten Preisentwicklungen zumindest, ist ein Ende der Fahnenstange nicht in Sicht." Einer Hochschulstadt stünde eine attraktivere Preispolitik für Studenten besser zu Gesicht. Zumal die Stadtwerke als städtisches Tochterunternehmen auch einen öffentlichen Auftrag erfüllten.

Stadtwerke-Sprecherin Karoline Gajeck-Scheuck räumt einen Fehler bei der Kalkulation ein. Der zum 1. April veranschlagte Preis sei zu hoch gewesen. "Wir haben das dann umgehend korrigiert", erklärte sie auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Erhöhung des Studententarifs um 25 Prozent aber bleibt. "Wir mussten die Tarife anpassen, weil es eine Reihe von Unstimmigkeiten gab", wirbt Gajeck-Scheuck um Verständnis. So hätten manche Gäste bisher doppelt profitiert, weil sie ermäßigten Eintritt zusätzlich über die Bonuskarte abgerechnet hätten. "Das ist jetzt nicht mehr möglich." In die Tarifgruppe der Studenten seien jetzt auch Auszubildende bis zum 25. Jahr aufgenommen worden. "Es ist zwar jetzt ein bisschen teurer, dafür kommen mehr Leute in den Genuss der Ermäßigung", erklärt die Stadtwerke-Sprecherin. An den Haupt-Tarifen habe sich außerdem gar nichts geändert. Erwachsene zahlen zum Beispiel für eineinhalb Stunden Badezeit weiterhin fünf Euro, für Kinder und Jugendliche bleibt der Eintritt bei 2,50 Euro. Kinder bis fünf Jahre können nach wie vor kostenlos ins Bad.

Behinderte betroffen

Allerdings verteuert sich das Billett für Behinderte. Ein ganzer Tag im Kufü mit Saunabesuch kostet ab 50 Prozent Schwerbehinderung 9,50 Euro - zwei Euro mehr als bisher. Auch hier ruderten die Stadtwerke zurück. Zwischen 1. und 21. April lag dieser Tarif vorübergehend bei 10,40 Euro. Was sich noch viel gravierender auswirkte: Die im Behindertenpass eingetragenen Begleitpersonen mussten während dieser drei Wochen den gleichen Eintritt zahlen. Von dieser Regelung haben die Stadtwerke nun wieder Abstand genommen. Begleitpersonen mit den entsprechenden Merkzeichen im Pass sind frei.
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