Kurz vor seinem 30-jährigen Bestehen wäre der
Der Rock'n'Roll geht weiter

Wenn "Hang on Sloopy" und "Hey Joe" erklingen, geschieht das neuerdings im Schloderer-Bräu. Dorthin hat der Musiker-Stammtisch seinen monatlichen Treff verlegt. Bilder: hou (2)
Musiker-Stammtisch um ein Haar ohne Domizil dagestanden. "Wir haben 32 Mal vergeblich angeklopft", erzählt der die Traditionsrunde leitende Herbert Olbrich. Schließlich hat es doch noch geklappt.

(hou) Sie können weiter spielen. Bis zum Jahreswechsel trafen sich die Gitarristen, Keyboarder, Schlagzeuger und Sänger im Musi-komm an der Fleurystraße. Das war dann plötzlich nicht mehr möglich. Womit nach einem neuen monatlichen Treffpunkt - der achte übrigens zwischenzeitlich - gesucht werden musste. Doch wer nimmt schon eine Truppe auf, bei der es vorne auf der Bühne mitunter laut zugeht?

Jeden ersten Freitag

Der Stammtisch suchte ein neues Zuhause. Das ging zäh vonstatten. Doch Herbert Olbrich und seine Leute gaben nicht auf. Sie klapperten viele einzelne Locations ab und wurden schließlich im Schloderer-Bräu aufgenommen. Im Wirtshaus gibt es ein geräumiges Nebenzimmer, auch eine dem Stammtisch gehörende Verstärkeranlage kann dauerhaft im Gebäude untergebracht werden. Das vereinfacht die Sache enorm.

Von der Peripherie also herein in die Innenstadt. Die einzige Änderung im weiteren Bestehen des Musiker-Stammtischs. Alles andere ist gleichgeblieben: Treffpunkt jeden ersten Freitag im Monat, dreistündiges Aufbauen der Anlage, Live-Musik ab 20 Uhr. Manchmal auch schon früher.

Dominierend sind alle Formen des Rock'n'Roll, aber auch Folk, Country und Blues spielen eine Rolle. Gelegentlich gesellen sich deutsche Schlager hinzu. "Seemann, deine Heimat ist das Meer" und danach Carlos Santanas "Samba pa ti": So ist das beim Stammtisch schon seit jeher. Bunte Mischung eben. Mit Ausnahme von Alpen-Pop. "Bei uns", sagt Herbert Olbrich, "kann jeder mitmachen." Egal nun, ob er spielt, singt oder einfach nur im Publikum sitzt. Auch junge Musiker bekommen ihre Chance. "Die brauchen wir hier ganz besonders", betont der Stammtisch-Chef. Denn ohne Nachwuchs an den Instrumenten ist irgendwann logischerweise Schluss. Ganz gleich, ob es dann ein Domizil für den monatlichen Treff gibt.

Am 29. Januar nächsten Jahres kann der Amberger Musiker-Stammtisch sein 30-jähriges Bestehen feiern. Daraus könnte eine größere Veranstaltung resultieren. Mit vielen Bands, alten Gassenhauern wie "Hey Joe" und Songs, die Jahrzehnte später entstanden. Olbrich, nun auch schon 66 Jahre, würde sich da noch einmal an die Spitze begeben. "Doch um für diesen Anlass etwas auf die Beine zu stellen, brauche ich Unterstützung", blickt der Alt-Rocker in die Zukunft.

Bratwürste mit Kraut

Als ob er ein Zeichen setzen will, steht Olbrich im Schloderer-Bräu auf, begibt sich nach vorne zu den Akteuren und macht "Green green Grass of Home." Dass er Bratwürste mit Kraut bestellt hat, ist in solchen Momenten eher Nebensache. Denn was bedeutet schon die delikateste Brotzeit angesichts einer Tatsache, die musikalisch einmal so beschrieben wurde: "Rock and Roll, I gave you all the best Years of my Life."
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