Lachen tut gut

Die Couplet AG aus München machte dem Publikum kein X für ein U vor, auch wenn es hier vielleicht so aussieht. Das Quartett brachte das Publikum stattdessen zum Lachen (von links): Bernhard Gruber, Jürgen Kirner, Bianca Bachmann und Berni Filser. Bilder: Petra Hartl (2)

Lachen ist gesund! Deshalb gab's bei der traditionellen Lachnacht im Stadttheater Humor im Doppelpack. Und dass die Amberger ein lachfreudiges Publikum sind, zeigte schon der Kartenvorverkauf.

Amberg. Kaum ein Platz blieb frei im ehrwürdigen Musentempel, als die Couplet AG und Stephan Zinner ihre Auftritte absolvierten. Letzterem fiel die Aufgabe zu, als erster die Zuhörer locker auf den Abend einzustimmen, was ihm recht gut gelang.

Mit kleinen Geschichten, die er in klassischer Stand-up-Comedian-Manier zum Besten gab, hatte er das Publikum schnell auf seiner Seite. In seinen Berichten vom erlebnisreichen Familien-Alltag und -Urlaub konnte sich so mancher im Saal wiederfinden. Dabei nutzte Stephan Zinner die Kunst der Abschweifung und wechselte blitzschnell die Themen.

Da ging es um die Folgen des Alkoholkonsums auf Campingplätzen ebenso wie um Deeskalation bei unverhofften Stangensellerie-Attacken während des hektischen Einkaufstrubels kurz vor Ladenschluss, um die Marotten der werten Ehegattin - und selbstironisch auch um die eigenen. Ein paar Mal griff Stephan Zinner auch zur mitgebrachten Gitarre, um eigene Lieder zu präsentieren. Die kamen aber nicht so richtig an. In seinen Songtexten konnte er sich nämlich nicht so recht zwischen amüsant, hinter- und tiefsinnig entscheiden. Sein Metier ist halt einfach die Meisterklasse des gesprochenen und gestenreich untermalten Wortes.

Mit ganz realen Paukenschlägen leitete die Couplet AG ihren Auftritt ein, um ihn mit verbalen fortzusetzen. Die Dame und ihre drei männlichen Begleiter der AG hatten ein Best-of-Programm im Gepäck. Da wirkten manche Gags über ausgediente Politiker wie Schröder, Stoiber und Co. schon ein wenig angejahrt. Aber ganz vergessen sind sie ja doch noch nicht und taugen immer noch ganz gut als Objekte kabarettistischen Spotts. Andere "Zielscheiben" haben offenbar kein Verfallsdatum.

So wurde munter auf Esoteriker und Ökofreaks, auf B-Promi-Tussis und geldgierige Ärzte geschossen. Um den letzteren den Neubau ihres Chalets in der Schweiz zu vermiesen, empfahlen die Kabarettisten die Therapie mit dem "Morgenmittelstrahl", den man inhalieren, einnehmen und einreiben könne. Ein wahres Wundermittel gegen jegliche Zipperlein, nur ein bisserl unappetitlich halt.

In ihrem 20-jährigen Bestehen ist die Couplet AG sich und dem ursprünglichen Kabarett, das nicht nur zum Lachen reizen soll, sondern auf unterhaltsame Art das Publikum auf politische und gesellschaftliche Missstände hinweisen will, treu geblieben. Deshalb sind auch Berufspolitiker aller Couleur nicht vor der Truppe sicher. Die Mächtigen haben mit der AG einen ebenso mächtigen Hofnarren, der ihnen ungeschminkt die Wahrheit ins Gesicht sagt. Und diese spitz, aber mit Sympathie und nicht allzu bösartig vorgetragene Kritik an den Zuständen in diesem unseren Lande kam beim Publikum gut an.
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