Lahme Löwen

Nicht ganz geheuer scheint dem jungen Eishockeyfan hinter der Plexiglasscheibe das Geschehen vor ihm auf dem Eis zu sein. Der Haßfurter Stürmer Christian Dietrich (links) checkt den Amberger Stürmer Daniel Krieger mit voller Wucht gegen die Bande. Bild: Ziegler

Ein gebrauchter Abend für den ERSC Amberg: Der Eishockey-Landesligist verschenkt die Punkte gegen Haßfurt und verliert Abwehrchef Boris Flamik per Matchstrafe. In dieser Verfassung gerät das Saisonziel ernsthaft in Gefahr.

Wie schon im Hinspiel behielten die Unterfranken mit 3:2 die Oberhand und die Gastgeber können die Gedanken an die Zwischenrunde erst einmal beiseite legen. Symptomatisch für die weitgehend leblose Vorstellung der Amberger Löwen: Der Siegtreffer für die keineswegs übermächtigen Haßfurt Hawks fiel exakt 100 Sekunden vor dem Ende durch einen Konter, als Amberg sogar einen Mann mehr auf dem Eis hatte.

Hampl vollendet Konter

Es war eine Partie, die niemanden von den Sitzen riss: Die frühe Führung, als nach einem Bully Gästestürmer Eugen Nold völlig frei vor ERSC-Torhüter Oliver Engmann zum Schuss kam, spielte den Haßfurtern in die Karten. Die Haßfurter machten fortan vor dem eigenen Tor die Räume eng und verteidigten geschickt, wurden von den Ambergern aber auch nicht ernsthaft gefordert. Bei den Löwen blieb vieles Stückwerk und nicht nur die Passquote ließ Wünsche offen. Sehenswert war dann aber der Ausgleich durch Andreas Hampl, der einen Konter über Matti Swadzba zum 1:1 abschloss.

Das zweite Drittel entwickelte sich zu einem echten Langweiler. Während sich der ERSC weiterhin vermehrt mit kaum zwingenden Einzelaktionen mühte, setzte Haßfurt beinahe ausschließlich auf schnelle Gegenangriffe und hatte damit sogar die besseren Gelegenheiten. Es überraschte aber nach diesem Spielverlauf nicht, dass beide Teams den Abschnitt torlos beendeten.

Nach Wiederbeginn kamen von den Löwen endlich Lebenszeichen, Gästetorhüter Martin Hildenbrand musste mehrmals sein Können beweisen. In dieser Phase fehlte dem ERSC allerdings das nötige Glück. Erst recht bei der Führung der Hawks, als der Puck aus dem Gewühl heraus gerade so über die Linie des Amberger Tores kullerte.

Umjubelter Ausgleich

Jetzt wurde die Partie zwar nicht sonderlich besser, gewann aber deutlich an Spannung. Amberg erzeugte den entsprechenden Druck und kam im Powerplay durch Florian Bartels zum umjubelten 2:2-Ausgleich. Nun wollte die Truppe von Trainer Stefan Ponitz auch den Siegtreffer und die Chancen standen bei einer neuerlichen Überzahl nicht schlecht.

Doch einem Scheibenverlust folgte der entscheidende Konter der Gäste durch Philipp Bates und mit der Schlusssirene zu allem Überfluss noch das Frustfoul von Flamik, der den Löwen damit in den nächsten Spielen fehlen wird.
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