Landeier auf Stadtgang

Wer hat hier ein Problem? Die Dorfjugend mit den Stadtschnöseln oder umgekehrt? Bilder: Hartl (2)

Vorurteile sind dazu da, um sie auszuräumen. Das zeigte die Theatergruppe der Unter- und Mittelstufe des Erasmus-Gymnasiums mit viel Witz und Pep bei ihrer Aufführung von "Stadt, Land, Leute - kommt zeigt uns eure Welt".

Frei nach Martin Luthers Fabel "Stadtmaus und Feldmaus" handelte das Stück von zwei recht konträr erscheinenden Jugendgruppen: Der coolen Stadtgang in Glitzer und Stiefeletten und der Landjugend in Tracht und heimatlichem Dialekt. Die Neugier treibt die Stadtkinder auf Initiative der wunderbar kecken Pailletten-Kitty (Madita Fröhner) zur Kirwa aufs Land.

Dort treffen sie auf die fesche Dorfjugend, die die Neuankömmlinge erst einmal misstrauisch beäugt, sie jedoch nach anfänglicher Skepsis freundlich bewirtet. So kommen das Landleben und auch der Kirwatanz bei Chantal (Karina Hartmann) und deren Gang (Merit Matuschek, Julia Nerb, Melanie Romanov und Amelie Spörer) sehr gut an.

Der Gegenbesuch

Dagegen überfordert der Gegenbesuch in der Stadt mit dem vielen Verkehr die jungen Landeier (Andrea Anthofer, Julia Klassen, Sandra Weiß, Luana Brahimi, Alina Wild und Daniel Schneider) erst einmal. Und auch das scharfe Essen im indischen Restaurant Taj Mahal fordert die Mädels und Burschen so sehr, dass der schlitzohrige Seppi (Korbinian Retzer) das angebliche "Munitionspulver" erst einmal mit einem Wodka-Redbull löschen muss. Dennoch können sie ihrem anschließenden Discobesuch einiges abgewinnen. Jedenfalls bis sie bei einer Polizeirazzia wegen ihres Alters und Alkoholkonsums die Flucht ergreifen müssen.

In der kurzen und kurzweiligen Eigenproduktion begeisterten die jungen Schauspieler ihr Publikum mit tollen Outfits, originellen Charakteren, unterhaltsamen Stimmungsbildern - etwa bei kurzen indischen Bewegungseinlagen - und jeder Menge cooler und trockener Sprüche. Zusätzlich bereichert wurde das Stück durch zwei eingebaute Tanzpassagen, die von Schülerinnen der 10. Klassen unter der Leitung von Annika Mrosek eingeübt worden waren.

In einem gelungenen Abschluss machte die konkurrierende Stadt- und Landjugend schließlich klar, dass der Unterschied zwischen langweilig und besonnen oder naiv und optimistisch - wie so oft - nur Ansichtssache ist, und es sich immer lohnt, Fremdes erst einmal kennen zu lernen.

Dankeschön-Gedicht

Nach einem langen Publikumsapplaus bedankten sich die 13 jungen Schauspieler bei ihrer Schulspielleiterin Susanna Rosemann in Form eines Gedichts und schickten die Zuschauer gut gelaunt nach Hause.
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