Landkreis setzt auf Abriss und stärkt E-Mobilität
Die Halle kommt weg

So schnell vergeht die Zeit. Seit 1999 gibt es die Bauern-Markthalle im Innenhof des Landratsamts. Genutzt wird das Bauwerk aber als Parkplatz für Bedienstete und Besucher. Das soll sich bald ändern. Bild: Steinbacher
Amberg. (tk) Als der damalige Landrat Dr. Hans Wagner vor mehr als 15 Jahren ein neues Bauwerk im Innenhof des Landratsamts eröffnete, war die Energiewende noch ein Fremdwort. Vielmehr ging es seinerzeit darum, Landwirte aus der Region als Direktvermarkter in den Mittelpunkt zu rücken und ihnen durch die 120 000 Mark teure Markthalle eine Verkaufsfläche mitten in der Stadt zu bieten. "Die Kunden haben das aber so nicht angenommen", erinnert sich Kreisbäuerin Brigitte Trummer aus Hahnbach, die ihre Kartoffeln seitdem vor dem Rathaus verkauft.

Der Bauernmarkt im Landratsamt blieb in der Versuchsphase stecken, die Überdachung erfüllt lediglich an den regnerischen Altstadtfesttagen eine Aufgabe. Ansonsten wird hier gerne in zwei Reihen geparkt. Für den Landrat und die Kreisräte ist klar: Die alte Markthalle kann weg. Planer Georg Roggenhofer (Amberg) geht noch einen Schritt weiter und sagt: "Das ist eine Halle, die keiner will und die keiner braucht." Wegen ihrer Bauweise und ihres Alters sei sie sanierungsbedürftig: "Wenn der nächste Sturm aufzieht, sind Blech- und Personenschäden nicht auszuschließen." Eine Modernisierung würde mehr als 50 000 Euro kosten.

Also entschieden sich die Mitglieder des Landkreis-Bauausschusses am Montagnachmittag einstimmig dazu, die Halle nach den Sommerferien abreißen zu lassen. Stattdessen soll für 315 000 Euro ein neuer Innenhof entstehen, der zeitgemäß ist. "Wenn Sie so wollen, sind wir ja auch Opfer der Energiewende", gab Landrat Richard Reisinger die Richtung vor und favorisierte die von Elektriker Rüdiger Mauel (Kümmersbruck) präsentierte Variante: Die bereits vorhandene E-Tankstelle wird in den Bereich der Fahrradstellplätze verlegt und so umgerüstet, dass die Akkus geladen werden können. Auf den öffentlichen Parkplätzen soll eine Ladesäule für zwei Elektroautos hinzukommen. Auch Dienstfahrzeuge sollen betankt werden können.

Auf Nachfrage bestätigte Roggenhofer, dass Leerrohre verlegt werden, um den neuen Innenhof mit Blick auf die Energiewende bei Bedarf nachrüsten zu können. (Angemerkt)
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