Laubbäume auf dem Vormarsch

Die Zehn-Jahres-Ziele für den Quellschutzwald sind vertraglich festgelegt: Bürgermeister Martin Preuß, Stadtwerke-Chef Dr. Stephan Prechtl und Gutachter Uwe Vos (vorne, von links) bei der Vertragsunterzeichnung. Bild: hfz

Der Begriff ist - wie für die Bürokratie typisch - umständlich: Forsteinrichtungswerk. Dabei ist nichts anderes gemeint, als den Wald zukunftssicher zu machen. In Zeiten des Klimawandels.

Alle zehn Jahre steht die Erstellung des sogenannten Forsteinrichtungswerks für den Quellschutzwald der Stadtwerke Amberg an. Gemeint ist damit ein Gutachten, das Uwe Vos vom Forstbüro Waldkirchen erarbeitet hat und als Grundlage eines auf Jahrzehnte angelegten Handlungskonzepts dient. In der Einleitung seiner Expertise, das geht aus einer Presseinformation des Rathauses hervor, spricht Vos Klartext:

"Das Ökosystem Wald (Klima, Boden, Wasser, Luft) gilt es zu erhalten und zu verbessern. In diesem Fall handelt es sich um rund 169 Hektar. Der Generationsvertrag Wald ist zu erfüllen und heutzutage geht es nicht mehr nur um die Holznutzung. Gerade der Wasserschutzwald mit rund 138 Hektar braucht besondere Aufmerksamkeit und sollte keine Freiflächen haben. Viele verschiedene Baumarten (Kiefer, Fichte, Lärche, Douglasie, Buche, Eiche, Edellaubbäume) wären von Vorteil. Voraussetzung für die Planung ist die Bodenkartierung. Eine Aufgabe ist es, den waldbaulichen Spielraum zu vergrößern." Eines der Ergebnisse wird deshalb sein, den Anteil der Laubbäume zu verdoppeln und die Nadelbäume Fichte und Kiefer zurückzudrängen. Während Vos den Bestand an Douglasien und Lerchen als ausreichend ansieht, plädiert er für die Anpflanzung weiterer Tannen. Der Gutachter lobte zudem einen außergewöhnlich guten Pflegezustand des städtischen Waldes.

Im Sinne der Stadt

"Das Lob gebührt dem städtischen Forstamt", griff Bürgermeister Martin Preuß diese Feststellung auf. "Ich bin stolz auf diese Waldbewirtschaftung. Bisher hat sich gezeigt, dass die Bestände beim städtischen Forstamt in den besten Händen sind und dies auch aus wirtschaftlichem und ökologischen Interesse." Weiter betonte der Bürgermeister, dass "die nachhaltige, sorgsame Nutzung" im Vordergrund stehe - nicht zuletzt zum Schutz der Ressource Wasser.

Dem Leiter des Amberger Forstamts, Martin Seits, ist wichtig, dass der Wald klimagerecht und nachhaltig bewirtschaftet wird. Er sieht in dem Forsteinrichtungswerk eine gute Grundlage für die Umsetzung der Betriebsziele. "Bisher hatten wir immer eine hervorragende Teamarbeit mit den Stadtwerken." Er freute sich darüber, "weitestgehend freie Hand" gehabt zu haben, um unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten und trotz in der jüngster Zeit vermehrt auftretender Kalamitäten, etwa Winde, Stürme und Käfer, den Wald "klimagerecht gestalten zu können". Stadtkämmerer Franz Mertel ergänzte: "Die Philosophie der Waldbewirtschaftung hat sich in den letzten 20 Jahren geändert. Wichtig ist daher, immer mit den aktuellen Erkenntnissen das Beste für die Zukunft zu gestalten."

Ressource schützen

"Für uns hat erste Priorität, das Grundwasseraufkommen zu schützen", sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Stephan Prechtl. Er versicherte: "Gern werden wir auch in Zukunft neue Freiflächen hinzukaufen, um auch für die nächsten Generationen das wichtige Lebensmittel Wasser in so hoher Qualität und Quantität bereitstellen zu können."
Weitere Beiträge zu den Themen: August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.