Leserbriefe "Das zeugt von großem Desinteresse"

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Zur Verhandlung möchten wir unseren Unmut gegenüber dem Veterinäramt und dem Amtsgericht Ausdruck geben. Ein Tierschänder, der seit mehreren Jahren seine Hunde (neun an der Zahl) fast bis zum Tode quält, kommt "frei" davon. Vom Nahrungs- und Wasserentzug sowie Einsperren in engen Zwingern gar nicht zu reden. Bei Kälte setzt er sie mit dem Wasserschlauch unter Wasser, wenn sie keine Ruhe geben, und bei 30 Grad Hitze im Sommer stehen die Zwinger in der prallen Sonne. Die Folgerung daraus ist natürlich, dass die armen Hunde vor Kälte die ganze Nacht wimmern.

Wenn der Mann alkoholisiert ist - und das ist er laut den Mietern ständig - und die Hunde bellen, sei es weil sie Hunger oder Durst haben, prügelt er auf sie ein. Einen der Hunde hat man sogar im Herbst 2014 tot vom Grundstück getragen.

Bei der Verhandlung wurden Zeugen geladen, die auch laut Richterin glaubwürdig aussagten. Trotzdem wurde der Mann nur zu einer kleinen Geldstrafe verurteilt. Damit ist den Hunden leider nicht geholfen. Es wurde von Quälereien sowie vom Abtransport des toten Hundes ein Video gedreht, das für die Richterin gar nicht wichtig war. Sie hat es weder selber angesehen noch hat sie es als Beweismittel verwendet.

Das zeugt von sehr großem Desinteresse. Da fragt man sich doch, hat die Richterin überhaupt verstanden, um was es hier geht? Nach ihrem Urteilsvermögen handelt es sich für sie wohl nur um eine Sache, nicht um Lebewesen. Im Vordergrund stand ständig die Frage nach der Rasse der Hunde. Hier entsteht der Eindruck, dass nach dem Gesetz große Hunde Schmerzen besser ertragen können als kleine Hunde.

Tiere können nun mal nicht reden oder sich äußern. Sie müssen abwarten, was mit ihnen geschieht. Und genau das hätte das Urteil verhindern sollen oder können. Es gab mehr als genug Beweise. Das Veterinäramt, das seit Jahren von diesem Fall weiß, sieht sich nicht in der Lage, zu handeln. Im Gegenteil, Herr Dr. Pilz legte ein Gutachten vor, das mehr als fragwürdig war. Wir fragen uns, gibt es noch eine Daseinsberechtigung für dieses Amt?

Wer kann, wenn nicht der Veterinäramtsleiter Dr. Pilz, hier ein Hundehalteverbot aussprechen? Versprochen wurde es, eingehalten aber nicht. Oder hat etwa Herr Dr. Pilz bei seiner Promotion keinen Eid abgelegt, die Tiere in jeder Hinsicht zu schützen? Die Frage bleibt also offen: Müssen die Hunde weiterhin leiden oder wird hier von den zuständigen Stellen etwas unternommen? Es bleibt zu hoffen für die armen Hunde.

Ulrike Fieber, AmbergHildegard Walch, Amberg

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