Liebe als ein großes Wunder

Der ökumenische Gottesdienst für Ehejubilare in der Pfarrkirche St. Michael war eine Premiere. Die Pfarrer Roland Böhmländer und Alois Berzl (Bild) segneten die Paare. Bild: ads

Die katholische Pfarrei St. Michael und die evangelischen Gemeinde im Andreas-Hügel-Haus pflegen nicht nur eine gute Nachbarschaft. Sie arbeiten auch zusammen - zuletzt bei einer Premiere.

(ads) Zum ersten ökumenischen Gottesdienst für Ehejubilare waren knapp 30 Paare in die Pfarrkirche St. Michael gekommen. Für die musikalische Gestaltung waren Franz Badura (Trompete) und Bernhard Müllers (Klavier) zuständig. Pfarrer Alois Berzl erklärte, dass unter den Ehejubilaren Paare seien, die sich vor zehn Jahren das Ja-Wort gegeben haben, aber auch solche, die vor sechs Jahrzehnten den Bund fürs Leben geschlossen haben. In seiner Predigt stellte Pfarrer Roland Böhmländer fest, dass nicht wenige konfessionsübergreifende Paare unter den Ehejubilaren seien. Er wies darauf hin, dass man früher Ehen zwischen Katholiken und Evangelischen "konfessionsverschieden" bezeichnet habe. Heute heiße es "konfessionsverbindend", worin er eine Änderung der Einstellung dieser Ehen gegenüber auszumachen glaubt.

Der Geistliche machte bewusst, dass die Ehepaare einen unterschiedlichen Hintergrund ihrer Heirat hätten. In der Nachkriegszeit, in der die wirtschaftliche Zukunft infrage gestanden sei und in der die schmerzhaften Erinnerungen an den Krieg noch wach gewesen seien, war es laut seiner Aussage um einiges schwieriger, sich trauen zu lassen, als vor zehn Jahren. Das Wirtschaftswunder habe bessere Voraussetzungen zum Heiraten geschaffen. "Viele hochzeitsfreudige Paare mussten zur damaligen Zeit Improvisationstalent und Erfindungsgabe beweisen, um den Bund der Ehe schließen zu können", erklärte er. Böhmländer verwies auf das Ehhäusl in Amberg. Dieses sei zu einer Zeit erbaut worden, als für eine Hochzeit noch ein Wohnsitz nachgewiesen werden musste. "Das Wohlwollen Gottes, gepaart mit der Findigkeit des Menschen, verhalf dann zwei Menschen, die sich in Liebe gefunden haben, zur Hochzeit." Die Liebe zwischen zwei Menschen wertete er als großes Wunder.

Nach der Predigt segneten Böhmländer und sein katholischer Kollege Berzl die Paare. An den Gottesdienst schloss sich ein Stehempfang im Pfarrsaal an.
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