Liebe im Wohnheim gefunden

Viele Gäste fanden sich ein, um den 60. Geburtstag des ehemaligen Mädchenwohnheims in der Dreifaltigkeitsstraße zu feiern. Seit 2001 ist es das katholische Sozial- und Bildungszentrum. Bild: mbs

D 3 wird es in Kurzform genannt, was sich von der Adresse ableiten lässt: Dreifaltigkeitsstraße 3. Gegründet wurde es vor genau 60 Jahren als Mädchenwohnheim, in dem auch Schülerinnen und Auszubildende untergebracht waren.

(mbs) Bei der 60-Jahr-Feier der Einrichtung gingen die Erinnerungen auch zurück zu den Anfängen, zum Beispiel zu Monsignore Michael Prem, der zur Bauzeit der Diözesan- und Caritasdirektor war. Zur 25-Jahr-Feier des Mädchenwohnheims war Staatsminister Dr. Fritz Pirkl nach Amberg gekommen. Hatten sich zunächst die Schwestern vom Heiligen Kreuz aus Altötting um die Bewohnerinnen gekümmert, so waren es ab 1987 die Don-Bosco-Schwestern aus München.

1999 musste die Einrichtung geschlossen werden, denn laut Gesetz war die Heimunterbringung ab diesem Zeitpunkt nur noch möglich, wenn die einfache Strecke zur Schule beziehungsweise Ausbildungsstätte nur 1,5 Stunden betrug. Erst stand das ehemalige Mädchenwohnheim leer, dann wurde es zu einem Bürogebäude umgebaut - so entstand dort 2001 das katholische Sozial- und Bildungszentrum. Caritas-Vorsitzender Dr. Wolfgang Schmalzbauer hieß zur 60-Jahr-Feier zahlreiche Ehemalige, Bewohner und Mitarbeiter willkommen, darunter Schwester Thoma Niedersüß aus dem Provinzhaus Altötting, die in Amberg langjährige Oberin war. Zusammen mit der ebenfalls anwesenden Schwester Ehrentrudis Mühlthaler und der bereits verstorbenen Schwester Irmengardis bildete sie damals das Dream-Team. Unter der Moderation von Caritas-Geschäftsführer Günter Koller erzählten ehemalige Bewohner und Mitarbeiter von damals. Für die Mädchen sei es eine schöne und unbeschwerte Zeit gewesen. Mit 18 durften sie bis 1 Uhr ausbleiben, meistens gingen sie zum Tanzen ins Paradies. So manche Begebenheit wurde erzählt. Ein Mädchen durfte dort wohnen, da es keine Verkehrsanbindung in sein Heimatdorf gab.

Und ein junger Bursche umrundete tagtäglich mit seinem Rad das Haus - die darin lebende Angebetete wurde später seine Frau.
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