Lieber die Bahnhofsgarage wieder abreißen

So stellt sich Franz Wieder die öffentliche Tiefgarage auf dem Bürgerspitalgelände vor. Grafik: AZ
Für eine öffentliche Garage auf dem Bürgerspital-Areal plädiert unser Leser Franz Wieder:

Bereits damals, als die Geschäfts- und Dienstleistungsgebäude in der Marienstraße errichtet wurden, war meine Befürchtung: "Das wird das neue Stadtzentrum und die Altstadt stirbt aus!" Die Entwicklung gibt mir recht, wenn nicht bald im Sinne von Dr. Ulrich Schmid gegengesteuert wird. Amberg benötigt in der Innenstadt Parkplätze für Kunden, Patienten, Mandanten, Beschäftigte im Rathaus.

Als ehemals Selbständiger konnte ich nicht verstehen, dass man in der Marienstraße eine riesige Baugrube wieder auffüllt, in der man leicht drei Ebenen einer Tiefgarage unterbringen könnte. Zumal vor allem wegen der vielen Beschäftigten im Krankenhaus hier Parkplätze höchst notwendig sind.

Nun hat Amberg erneut die seltene Chance, öffentliche Parkplätze zu schaffen - diesmal sogar in der Altstadt. Hier sollte nicht wieder eine Gelegenheit versäumt werden, die dazu beiträgt, die Innenstadt mehr zu beleben. Ich bin genauso der Meinung, Bürgerspital- und Forumgelände sollten gemeinsam entwickelt werden, damit nicht von vornherein das eine das andere "kaltstellt". Ich gehe noch weiter: Das Großkino am Nabburger-Torplatz hat dem Besitzer des Ringtheaters möglicherweise schon Kopfzerbrechen bereitet. Vielleicht gibt es die Gelegenheit, das Bürgerspitalareal hier sogar zu erweitern, um noch effizienter ein Parkhaus zu erstellen. Ebenso ist zu überlegen, ob nicht das Gelände des Schulhauses in eine zukunftsweisende Planung mit einbezogen werden sollte. Eine Zufahrt wäre denkbar über die Bahnhofstraße, die Ausfahrt könnte über die Ziegelgasse oder Kasernstraße und das Ziegeltor erfolgen.

Eine Verlegung der Ver- und Entsorgungsleitungen in der Bahnhofstraße infolge der Unterführung der Garagenzufahrt ist von Ingenieuren zu lösen. Einer Verbauung des Multifunktionsplatzes mit einer Hochgarage kann ich nicht zustimmen. Der Bahnhofsvorplatz als Foyer zur Altstadt sollte weiträumig von Hochbauten freibleiben. Die Missplanung einer nicht angenommenen Tiefgarage an dieser Stelle darf nicht durch eine städtebaulich missglückte Hochgarage ersetzt werden.

Der Bereich des Stadtgrabens sollte eher die Option für einen Abbruch der Tiefgarage mit Wiederherstellung des Stadtgrabens bieten als diesen Rückbau durch eine Hochgarage zu verhindern. Erforderliche Parkplätze sollten daher im Spitalgelände (und/oder im Nachbarbereich) geschaffen werden. Eine gemeinsame großzügige Planung von Forum- und Spitalgelände könnte durch einen verglasten Verbindungssteg quer über die Bahnhofstraße das städtebauliche und städtische Ziel noch betonen - verglast, um den Durchblick zur Spitalkirche vom Bahnhof her zu erhalten.

Ambergs Altstadt könnte bei entsprechender Großzügigkeit in der Ausführung mit diesem Doppelpack wieder ein Magnet auch für das weitere Umland werden, jedoch nicht ohne eine stattliche Anzahl von öffentlichen Parkplätzen in diesem Bereich. Die Stadträte sollten nichts überstürzen und sich ausgiebig mit den Geschäftsleuten der Stadt austauschen, um eine gute Lösung zu finden.

Dabei sind Privatinteressen der Kaufleute, die der Stadt Geld bringen sollen und auch wollen, nicht einfach als negative egoistische Ziele abzuwimmeln, sondern als Erfordernisse so weit als möglich zu berücksichtigen, vor allem, was Parkplätze betrifft. Sind nicht alle Bürger, die einen Bezug zu Amberg haben, interessiert daran, diese schöne, alte, kurfürstliche Stadt am Leben zu erhalten? Sagt uns der weise Goethe doch durch Faust: "Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!"

Dipl.-Ing. Franz Wieder, Freudenberg
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