Lieber visionär als mausgrau
Angemerkt

Neue Park- und Entwicklungsmöglichkeiten für Amberg flutschen ihm zurzeit nur so aus der Feder. Sein neuester Streich rutschte ihm im Bauausschuss beim Bestücken seines Modells fast aus der Hand. Aber auch ohne diesen Beinahe-Flug sind seine aktuellen Pläne ein großer Wurf. Oder ist es der ganze Mann, der sich - wie seine Ideen - zum großen Wurf für Amberg entwickelt? Zumindest hat die Stadt wieder einen Visionär an der Spitze des Baureferats und keine graue Maus.

Und biedere graue Mäuse dürfen wir jetzt alle nicht sein: Kühnes namensgleiche Ideen sind zwar kühn, aber nicht unmöglich. Man muss sie nur wollen, wofür allmählich fraktionsübergreifend die Dämme zu brechen scheinen. Gut so! Endlich traut sich Amberg (wieder) was. Kühne(s) Visionen könnten die Stadt neben ihrem mittelalterlichen Glanz echt innovativ wirken lassen.

Wer noch nicht so ganz mitzuziehen scheint, ist die Stadtkämmerei. Da sitzen Leute, die lieber weiter Schulden abbauen würden, als jetzt vielleicht antizyklisch zu reagieren. Dabei ist dazu ideale Gelegenheit bei historisch niedrigen Zinsen. Außerdem wären die angedachten Pläne eine langfristige Investition in die Zukunft Ambergs, die in vielen Köpfen schon beginnt. Dank eines Visionärs, der dieses Wort selber übrigens gar nicht so gerne hört. "Wer Visionen hat, wird gleich zum Arzt geschickt", hat er im Bauausschuss befürchtet. Nein, wir schicken Herrn Kühne nicht zum Doktor. Eher hat der Stadtkämmerer Spritzen nötig - neben denen mit Geld die ins Hinterteil, damit sich was bewegt.



Im Blickpunkt Brückenparkhaus: 5-7 Millionen Euro

Amberg. (ath) Ein eingegrüntes Parkhaus mit Markthalle am Multifunktionsplatz, ein aufgedoppeltes Kräuterwiesen-Deck sowie eine Hochgarage samt neuem Entree für die OTH und Anbindung über den Altstadtring an die westliche City: Was Markus Kühne in AZ und Bürgerversammlung schon gezeigt hatte, stellte er nun auch dem Bauausschuss vor. Und er kam nicht um die Frage rum, was zum Beispiel die Hochschulen-Idee samt Bückenschlag zur Innenstadt kosten könnte.

Antwort über den Daumen: 15 000 bis 20 000 Euro pro Stellplatz, wovon insgesamt auf zwei Parkebenen (im Parterre nur Entree) 330 bis 350 möglich wären. Also summa summarum 5 bis 7 Millionen Euro, wobei sich OTH bzw. Staat und die benachbarte Firma Grammer bei entsprechendem eigenen Stellflächenbedarf vielleicht beteiligen könnten.
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