Liebesheirat statt Zwangsehe

Die VR-Bank Amberg in der Weinstraße. Bild: Huber

Sie wollen einen gemeinsamen Weg gehen: die Volksbank-Raiffeisenbank Amberg und die Volksbank Nordoberpfalz (Weiden). Vorstand Andreas Reindl hat jetzt klargestellt: "Über den Dienstsitz, wenn es einen solchen überhaupt gibt, ist - wie über alles andere auch - noch nicht entschieden."

Dienstsitz Weiden? Ein Missverständnis, sagt Reindl. "Wir denken aber nicht nur darüber nach, dass beide Städte im Firmennamen erscheinen sollen, sondern auch darüber, dass wir uns einen sogenannten Doppelstandort vorstellen können", erklärte Reindl am Donnerstag bei der Vertreterversammlung der Amberger VR-Bank im Musikomm. Bürgermeister Martin Preuß, für den die angestrebte Fusion "von Weitblick" zeugt, würde sich - wie schon bei der Hochschule - diesen Doppelstandort Amberg-Weiden wünschen. Die Stadt stehe übrigens hinter der Entscheidung, einen Zusammenschluss herbeiführen zu wollen, unterstrich er.

Die Standortfrage hält Reindl "nicht wirklich für kriegsentscheidend". Juristisch betrachtet gebe es einen wirtschaftlichen, einen technischen und eben einen juristischen Standort. Ausdrücklich betonte der Vorstand, dass bei dieser strategischen Allianz weder der Größere den Kleinen noch der Schnellere den Langsameren fresse: "Beide Häuser gehen als starke Partner und in Augenhöhe aufeinander zu. Wenn Sie so wollen, kann man berechtigterweise von einer Liebesheirat und nicht von einer Zwangsehe sprechen."

Die Aufsichtsräte und die Vorstände beider Banken hätten jeweils einstimmig die Aufnahme konkreter Verhandlungen vereinbart. In den nächsten Monaten soll ein gemeinsames Konzept erarbeitet werden, das dann den Vertretern beider Häuser zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll. "Doch bis dahin ist noch ein weiter Weg", verdeutlichte Reindl und stellte heraus, "dass wir noch in den Anfängen stehen und ich heute nicht ansatzweise konkrete Informationen liefern kann".

Die größte Bank

Die künftige Bank hätte laut Reindl eine Bilanzsumme von knapp 1,7 Milliarden Euro und ein Kundenbetreuungs-Volumen von rund 3 Milliarden Euro. Sie würde damit zur "größten regionalen Genossenschaftsbank der Oberpfalz" avancieren. "Die äußerst stabilen Verhältnisse beider Häuser versprechen eine gute Ausgangsbasis für einen partnerschaftlichen Zusammenschluss", urteilte Andreas Reindl. Da sich beide Banken hinsichtlich ihrer Präsenz nicht in die Quere kämen, entstünde ein "homogenes Geschäftsgebiet". Die Verschmelzung trage zu einer "langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze" bei, sagte Reindl weiter. Sein Versprechen: Es werde keine fusionsbedingten Kündigungen geben. Denn "wir brauchen das Fachwissen und das Engagement aller unserer Mitarbeiter, um die gesteckten großen Ziele zu erreichen".
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