Lob vom Ex-Bayern-Profi

Aufwärmprogramm vor dem Spiel in Unterhaching: Der FC Amberg und Sportlicher Leiter Bernd Scheibel (Zweiter von links) rüsten sich für den Auftritt beim Ex-Drittligisten. Am Mittwoch darauf (9. September, 19.30 Uhr) steht der Pokalschlager beim SSV Jahn Regensburg an. Bild: Ziegler

"Der FC Amberg hat unglaublich Herz, spielt mit viel Power - das ist eine Charaktermannschaft." Sagt Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching, des nächsten Gegners. Der Aufsteiger muss zum Drittliga-Absteiger - und der ist gefährlich. Das DFB-Pokalspiel gegen den Bundesligisten FC Ingolstadt beweist es.

Der 9. Spieltag in der Regionalliga steht im Zeichen etlicher Derbys. Zusätzlich in die Kategorie Top-Spiel fällt dann auch noch die Partie zwischen der Reserve des TSV 1860 München II und dem SSV Jahn Regensburg. Der Tabellensechste erwartet da den noch immer unbesiegten Ligaprimus, der am vergangenen Wochenende erstmals Punkte lassen musste, als die SpVgg Bayreuth einen Punkt aus der Continental-Arena mitnahm.

Franken-Duell

Für die Bayreuther steht an diesem Spieltag das fränkische Duell mit dem 1. FC Schweinfurt auf dem Programm. Beim schwäbischen Derby zwischen Illertissen und dem FC Augsburg II geht es dann zusätzlich um wichtige Punkte im Tabellenkeller. Rein tabellarisch betrachtet heißt das Top-Spiel des Tages aber Wacker Burghausen gegen den 1. FC Nürnberg.

Ruhmreiche Zeiten

Und da wäre noch das Duell zwischen einem Ab- und einem Aufsteiger, nämlich zwischen Unterhaching und dem FC Amberg. Bei Unterhaching denkt man oft unvermittelt an den letzten Spieltag der Bundesligasaison 1999/00: Die Hachinger bezwangen den damaligen Tabellenführer Bayer Leverkusen und machten den FC Bayern München zum Meister. Ein Jahr später ging es für die SpVgg dann aber in die zweite Liga. Das war aber nur eine Zwischenstation, es ging runter bis in die Bayernliga. 2009 schaffte die SpVgg den Sprung zurück in den Profifußball und gehörte bis zur vergangenen Saison der 3. Liga an.

Abstieg wie ein Watsch'n

Danach kam ein Abstieg mit Folgen: "Wir mussten eine komplett neue Mannschaft basteln und diese 'Watsch'n Abstieg' erst einmal abschütteln", so Manfred Schwabl, Präsident der Münchner Vorstädter. Schwabl, ehemaliger Profi bei Bayern, Nürnberg und 1860, war vom schwachen Saisonstart seines Klubs (ein Punkt aus den ersten vier Spielen) deshalb auch nicht überrascht: "So einen schwachen Start musste man einkalkulieren. Das ist aber sowieso alles egal, vor dem 10. Spieltag schau ich mir die Tabelle eh' nicht an." Wobei sich dieser Blick aus Sicht der Hachinger inzwischen wieder etwas mehr lohnt.

RB Leipzig wartet

Das Team von Trainer Claus Schromm, der vom ehemaligen Bundesligaprofi Christian Wörns als Co-Trainer unterstützt wird, hat sich einigermaßen gefangen, steht inzwischen auf Platz 13. Wichtiger - zumindest langfristig gesehen - war den Hachingern aber wohl der Auftritt im DFB-Pokal, als sie mit dem FC Ingolstadt einen Bundesligisten (2:1) aus dem Wettbewerb warfen. In Runde 2 wartet Mitte Oktober dann RB Leipzig.

Gute Stimmung

"Der finanzielle Aspekt, den so eine zweite Runde bedeutet, ist natürlich schon wichtig für uns. Aber dass wir einen Erstligisten schlagen, hat natürlich auch gerade nach dem Abstieg für gute Stimmung gesorgt", freut sich Schwabl.

Das würden auch weiterere Erfolg in der Liga, aus SpVgg-Sicht natürlich, auch schon gern an diesem Wochenende gegen den FC Amberg. Doch es will schon etwas heißen, wenn einer wie Schwabl, der in seiner Karriere viel gesehen, erlebt und gefeiert hat, sagt: "Der FC Amberg hat unglaublich Herz, spielt mit viel Power - das ist eine Charaktermannschaft."
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