Löschangriffe im Akkord

Kein Brand, sondern eine spektakuläre Einlage zu ihrem 150-jährigen Bestehen: Am Samstagabend zauberte die Amberger Feuerwehr mit Wasserfontänen aus ihren Schläuchen und mit großen Hydroschildern eindrucksvolle Bilder in die Nacht. Bei der Feuer-Wasser-Show im Sportpark ins-zenierten Nachwuchskräfte aus Gailoh, unterstützt von Luftkünstler Wilhelm Koch und Stadttheater-Bühnenmeister Michael Hirte, Igor Strawinskys "Feuervogel". Bild: Steinbacher

Zu vielleicht 95 Prozent - wenn nicht sogar mehr - besteht das Leben eines Feuerwehr-Aktiven aus Warten oder Üben. Doch es gibt auch noch eine Zwischenform: den Wettbewerb. Zum 150-Jährigen setzte die Amberger Wehr hier ganz hochrangig an.

Zu ihrem Jubiläum präsentierte sie sich als Ausrichter des 2. Bayerischen Landespokalwettbewerbs, der zugleich den Oberpfalzcup beinhaltete und die Möglichkeit zum Ablegen des Bundesleistungsabzeichens eröffnete. Was so sperrig klingt, kommt gut an. 89 gemeldete Gruppen, das bedeutet 180 Starts, Fans auf der am Samstagvormittag fast zur Hälfte besetzten Tribüne des FC-Stadions und zwei illuster-gesellige Party-Abende in der Tennis-(Fest-)Halle gleich nebenan.

Stadtbrandrat Bernhard Strobl, am Freitagabend bei der feierlichen Eröffnung (wir berichteten) noch im feinen Zwirn der Ausgehuniform, trat am Samstag deutlich legerer im Jubiläums-T-Shirt und Arbeitshose auf. Das passte besser. Zu ihm und den Wettkämpfern, die in ihren groben Einsatzanzügen an den Start gehen müssen. Der Stadtbrandrat äußerte sich zufrieden mit dem Verlauf ("passt"), dem Wetter ("gut erwischt") und der Stimmung ("keine Probleme"). Dem Chef gefällt es offenbar, dass sich hier einiges rührt.

Im Amberger FC-Stadion hat die Freiwillige Feuerwehr am Freitag und Samstag ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert. Hier die Bilder vom Wettbewerb um den bayerischen Landespokal und der Party samt Wassershow am Samstagabend. Bilder: Wolfgang Steinbacher

Die Wettkampfleitung lag bei Karl Diepold, einem der sieben hauptamtlichen städtischen Kräfte im Feuerwehrdienst. Mit einer Berufsfeuerwehr hat das noch lange nichts zu tun. Unverzichtbare Stütze des Brandschutzes in der Stadt ist und bleibt der ehrenamtliche Dienst einer freiwilligen Wehr. Und die wurde als Verein vor 150 Jahren gegründet.

Diepold ist für die Einsatzplanung zuständig und damit war ihm dieser Wettbewerb nahezu auf den Leib geschrieben. Ein Beweis: Am Freitagabend wurde ihm die Schiedsrichter- und Kampfrichterspange des Landesfeuerwehrverbandes in Silber (fünf weitere Verleihungen in Bronze) ans Uniformrevers geheftet. Diese Auszeichnung gibt es erst seit wenigen Jahren. Der Wettkampfleiter hatte den Samstag jedenfalls im Griff, als auf sechs Wettbewerbs- und der 400-Meter-Bahn des FC-Stadions parallel die Durchgänge liefen. Aus dem angekündigten internationalen Flair mit Teams auch aus Österreich und Südtirol sind dann sogar drei Gastnationen geworden, als noch eine tschechische Damengruppe einlief. Das Reglement ist länderübergreifend standardisiert. Es umfasst die zwei Disziplinen Löschangriff und Staffellauf in unterschiedlichen Alters- und Geschlechtskategorien.

Die Amberger hatten selbst vier Teams am Start, darunter eines der FFW Karmensölden. Der Landkreis war laut Diepold mit acht Wehren vertreten. Trotz Oberpfalzcup gab es aus dem Landkreis Neustadt/Waldnaab keine Starter. Auch Regensburg - dort gibt es eine Berufsfeuerwehr - war nicht vertreten. Die neun Erstplatzierten des Landespokal-Wettbewerbs haben sich für den Bundesentscheid qualifiziert. Der Staffellauf (400 Meter, acht Starter) ist das Unterscheidungskriterium zum Bundesleistungsabzeichen. Wird er ohne Hindernisse absolviert, zählt er für den Landespokal sowie Oberpfalzcup. Werden zusätzlich Laufbalken, Hinderniswand und Röhre überwunden, geht er in das deutsche Leistungsabzeichen ein.
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