Löwen auf Alpentour

Auch zu dritt hielten die Trostberger den Amberger Daniel Krieger (weißes Trikot) und seine Mitspieler nicht auf. Der ERSC Amberg gewann mit 10:1. Dieses Ergebnis sollte die Truppe von Trainer Stefan Ponitz im Rückspiel nicht als Maßstab nehmen. Denn mittlerweile sind die Oberbayern richtig gut in Form und vorallem vor eigenem Publikum nur schwer zu schlagen. Bild: brü

Inzell und zurück, Trostberg und zurück: Knapp 1100 Kilometer müsste Eishockey-Landesligist ERSC Amberg fahren. Um Buskosten zu sparen und Reisestrapazen zu verringern, übernachten die Amberger im Chiemgau und treten binnen rund 22 Stunden zweimal an. In der vergangenen Saison ging das schief.

Die "Alpentour" rund um den Dreikönigstag haben die Amberger in wenig guter Erinnerung, zumindest was das Sportliche betrifft. Einen mickrigen Zähler verbuchten die Löwen beim Penaltyschießen in Inzell. In Trostberg gab es sogar eine zweistellige Pleite.

Nahe am Überraschungssieg

Den Anfang macht diesmal erneut die Begegnung beim DEC Inzell-Frillensee. Am Samstag, 29. November (20 Uhr), ist der ERSC in der riesigen Max-Aicher-Arena gefordert. Die Gastgeber warteten gerade am vergangenen Wochenende mit beachtlichen Ergebnissen auf. Beim Tabellenführer Schweinfurt führten sie bis 20 Sekunden vor dem Ende mit 2:1, ehe die Unterfranken noch ausglichen und im Penaltyschießen den Zusatzpunkt holten.

Torjäger und Schiedsrichter

Die junge Mannschaft von DEC-Trainer Thomas Rumpeltes brachte den großen Favoriten in arge Bedrängnis - nicht zuletzt durch den kanadischen Torjäger Mike Johnstone. Der ist hauptberuflich Schiedsrichter und kam vom österreichischen Drittligisten Salzburg Oilers. Auch tags darauf ärgerten die Inzeller in Bad Kissingen einen Favoriten. Das Starensemble um die Topstürmer Mikhail Nemirovsky und Roman Nikitin machte erst kurz vor dem Ende mit dem 3:1 alles klar.

Am Sonntag, 30. November, fährt der Amberger Tross weiter nach Trostberg, wo es um 17.30 Uhr gegen die Truppe des Ex-Weidener Coaches Alex Stein geht. Die Chiefs hatten einen schwachen Saisonstart mit sechs Niederlagen - unter anderem ein 1:10 in Amberg - und zierten das Tabellenende. Die Trostberger fingen sich aber und holten aus den letzten vier Begegnungen zehn Punkte. Dabei imponiert vor allem der Zähler gegen die "Torfabrik" aus Vilshofen. Der Titelkandidat aus Niederbayern egalisierte erst 150 Sekunden vor dem Ende die Führung der Trostberger und hatte danach die besseren Penaltyschützen. Die größte Torgefahr geht bei den Chiefs von den Piskunov-Brüdern Alex und Sergej aus, sowie dem zweitligaerfahrenen Oleg Matveenko. Vor dem begeisterungsfähigen Publikum können die Chiefs oftmals über ihre Leistungsgrenze gehen, was der ERSC schon in der vergangenen Saison erkennen musste. Da führten die Löwen mit 2:0 und mussten sich noch 5:10 geschlagen geben.

Kein Selbstläufer

Diesmal steht die Ponitz-Truppe auf dem vierten Rang und weist nach acht Begegnungen sechs Siege auf. Dennoch scheint das 3:6 in Schweinfurt vor drei Wochen den Löwen etwas von ihrer Lockerheit genommen zu haben, denn richtig rund lief die Maschinerie trotz zweier Heimerfolge zuletzt nicht. Auch in Trostberg kann man nicht unbedingt mit einem Selbstläufer rechnen. Den hohen Sieg aus dem Vorspiel sollten die Amberger nicht zum Maßstab nehmen, sonst könnte es im Chiemgau ein unangenehmes Erwachen geben.
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